
23. Mai 2024, 18:05 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Guppys finden sich in vielen Süßwasseraquarien, denn die Fische sind verträglich, pflegeleicht und je nach Farbschlag auch nett anzuschauen. Allerdings vermehren sie sich auch besonders gut. Scheinbar auch, wenn gar keine Männchen im Becken sind. PETBOOK erklärt, was dahintersteckt.
Guppys finden sich zuhauf in Aquarien, denn sie gelten als Fische, die besonders leicht zu halten sind. Es gibt sie mittlerweile in den verschiedensten Zuchtformen, die bunte Farben und auffällig schöne Flossen hervorgebracht haben. Kein Wunder also, dass viele Aquarianer besonders im ersten Becken gern Guppys einsetzen. Doch die Fische haben noch eine weitere Besonderheit, von der viele sogar schon gehört haben, die nie ein Aquarium hatten: Sie vermehren sich rasant. Und scheinbar kann ein weiblicher Guppy auch dann schwanger sein, wenn gar keine Männchen im Becken sind. PETBOOK erklärt, was hinter dem Phänomen steckt.
Wie erkenne ich, ob ein Guppy schwanger ist?
Guppys sind wahre Reproduktionskünstler und werden daher auch Millionenfische genannt. Ein Guppy kann bereits im Alter von vier bis sechs Wochen das erste Mal schwanger werden. Allerdings versucht man, wenn man mit der Guppy-Haltung beginnt, wahrscheinlich eher nicht, die Tiere zu vermehren. Blöd nur, wenn nach einer Trächtigkeit von 25 bis 35 Tagen plötzlich bis zu 100 neue Mini-Guppys im Becken zu finden sind.
Schon vor dem Kauf und dem Einsetzen ins Becken sollte man daher schauen, ob Guppys trächtig sind – oder ob es sich tatsächlich nur um Weibchen handelt. Denn oft wird auch geraten, erst einmal mit einem Schwarm weiblicher Guppys zu starten. Die weiblichen Tiere sind von den Männchen recht gut dadurch zu unterscheiden, dass ihr Bauch um einiges gewölbter ist. Dies zeigt sich auch, wenn die Jungtiere noch nicht ausgewachsen sind.
Sind Guppy-Weibchen jedoch bereits ausgewachsen, wirkt ihre Statur eher rundlich und ihre Schwangerschaft ist nicht immer leicht zu erkennen. Allerdings gibt es noch weitere Marker, die eine Trächtigkeit der Millionenfische verraten. Der wichtigste ist der sogenannte Trächtigkeitspunkt der Guppys. Dieser befindet sich hinter dem gewölbten Bauch der Tiere und wechselt seine Farbe, wenn die Fische Babys erwarten. Dort zeigen sich bei fortschreitender Schwangerschaft helle Punkte. Dann wird es Zeit den Fischen, die zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen gehören, ein Ablaichbecken einzurichten.1

Guppy

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Warum vermehren sich Guppys im Aquarium scheinbar ohne Männchen?
Doch wie kann es nun sein, dass trotz aller Sorgfalt und einem Besatz mit ausschließlich weiblichen Guppys trotzdem Fischnachwuchs ins Haus steht? Die Antwort ist nicht etwa eine Jungferngeburt, auch Parthenogenese genannt, sondern die spezielle Fortpflanzungsmethode der Guppys.
Männliche Guppys wandeln, wenn sie erwachsen werden, ihre Afterflosse zum sogenannten Gonopodium, einem Begattungsorgan, um. Dieses sieht anschließend wie eine zusammengerollte Flosse aus und bildet eine Röhre, mit der das Männchen bei der Paarung ein Spermapaket an das Weibchen abgibt.
Doch, was dann im Körper des Weibchens passiert, ist das eigentlich bemerkenswerte. Denn Guppy-Weibchen können diese Keimzellen mehrere Monate – einige Studien berichten von bis zu zehn – im Bauch mit sich herumtragen. Sie können also auch dann schwanger werden, wenn weit und breit kein Männchen ist – solange sie sich bereits einmal gepaart haben.2