
4. Oktober 2024, 6:28 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer einen Hund bei sich aufnehmen möchte, denkt in den meisten Fällen zunächst an einen süßen Welpen. Erwachsene und auch schon ältere Hunde werden hingegen seltener adoptiert. PETBOOK zählt gute Gründe auf, weshalb aber auch die Adoption eines älteren Hundes nicht außer Acht gelassen werden sollte.
Seien wir mal ehrlich: Die meisten Menschen haben ein Herz für süße Hundewelpen. Das Herz schlägt schnell höher, wenn man in ihre großen, runden Augen schaut. Niedlich tapsen sie umher, und man wünscht sich fast, sie würden für immer so klein bleiben. Doch Hundewelpen bringen auch viel Arbeit mit sich: Sie müssen stubenrein werden, Kommandos neu lernen und sozialisiert werden. Gerade für Anfänger kann das oft eine große Herausforderung darstellen. Wieso also nicht einen Hund adoptieren, der bereits die Regeln kennt und keine nassen Überraschungen in der Wohnung hinterlässt? Besonders in Tierheimen warten viele ältere Hunde darauf, in ein neues Zuhause einzuziehen. Wieso man ihnen entgegen vieler Vorurteile eine Chance geben sollte und welche genauen Vorteile es hat, einen älteren Hund zu adoptieren, lesen Sie hier.
1. Die herausfordernde Welpenphase fällt weg
Die Welpenphase kann kräftezehrend und zeitaufwendig sein. Alle paar Stunden mit dem Hund vor die Tür gehen, um ihn stubenrein zu bekommen, Kommandos beibringen und, ganz wichtig, Sozialisierung. All diese Dinge bringt ein älterer Hund in den meisten Fällen bereits mit. Er hat die Welpenphase schon hinter sich, ist gefestigt und ruhiger, was gerade für Anfänger einfacher sein kann.
2. Gestandene Charaktere
Wer einen Welpen bei sich einziehen lässt, kann noch nicht wissen, wie der Hund sich charakterlich entwickeln wird. Auch wenn die Elterntiere und die Rasse bekannt sind, bleibt immer ungewiss, wie sich der Hund sowohl vom Charakter als auch manchmal von der Größe her entwickeln wird. Ältere Hunde sind dagegen ausgewachsen und in ihrem Charakter bereits gefestigt. Bei ihnen kommt es meist zu keinen bösen Überraschungen. Selbstverständlich sollte man sich auch zur Vorgeschichte des älteren Hundes informieren. Gerade in Tierheimen kann einem da aber oft gut weitergeholfen werden. Die meisten älteren Hunde, die dort wohnen, haben bereits bei jemandem gelebt, weshalb ihre Charaktereigenschaften, liebsten Angewohnheiten und merkwürdigsten Eigenheiten bekannt sind.
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3. Ältere Hunde sind mit den Regeln vertraut
Viele der älteren Hunde kennen Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“ und „Bei Fuß“ bereits und sind in der Regel stubenrein. Sie wissen, zu welchen Uhrzeiten sie Futter bekommen, und zeigen deutlich an, wenn sie nach draußen müssen. Die Grundbausteine sind bei ihnen also bereits gelegt, was gerade die Anfangszeit im neuen Zuhause deutlich leichter und angenehmer gestalten kann.
4. Auch ältere Hunde sind noch lernfreudig
Oft wird gedacht, dass gerade ältere Hunde schwerer zu erziehen sind, da sich bei ihnen bestimmte Verhaltensweisen bereits fest verankert haben, doch das ist meist ein Trugschluss. Hunde lernen – egal, welches Alter sie haben – nie aus. Auch ältere Hunde sind daher noch sehr lernfreudig und können sich auch noch neue Verhaltensweisen aneignen. Wichtig dabei ist natürlich die richtige Herangehensweise und eine konsequente Erziehung. Ein weiterer Vorteil von älteren Hunden ist ihre ruhige und gelassene Art. Gerade bei neu einzustudierenden Kommandos lassen sie sich weniger von anderen Dingen ablenken, wie etwa neugierige und aufgekratzte Welpen. Auch im Training sind ältere Hunde weniger überfordert als ihre jüngeren Artgenossen und zeigen eine deutlich längere Aufmerksamkeitsspanne.
5. Seniorhunde bringen Erfahrung mit sich
Die meisten der älteren Hunde, die im Tierheim leben, sind bereits mit Menschen vertraut. Oft wurden sie abgegeben, weil die Lebensumstände ihrer Halter keinen Hund mehr zulassen oder aufgrund eines Todesfalls. Die Hunde haben also bereits mit Menschen zusammengelebt und sind in der Regel gut sozialisiert. Dementsprechend sind sie geschult, was den Umgang mit Menschen angeht, und haben Erfahrung damit, auf ihre Halter zu hören.

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6. Ältere Hunde genießen auch mal etwas Ruhe
Gerade im stressigen Alltag kann ein Hund, der auch mal etwas Ruhe genießt, eine wahre Wohltat sein. Während Welpen gerne die ganze Zeit aktiv sind und am liebsten permanent mit ihren Haltern spielen würden, genießt ein älterer Hund auch mal gern einige Stunden in Ruhe in seinem Körbchen. Oft sind ältere Hunde auch mit kürzeren Gassirunden zufrieden. Natürlich kommt es dabei auch auf die Rasse und den jeweiligen Hund an. Einige Rassen sind auch noch bis ins hohe Alter sehr aktiv und benötigen ausgiebigen Auslauf.
Wichtig: Selbstverständlich ist jeder Hund individuell. Auch ältere Hunde können herausfordernd sein. Es gibt keine Garantie dafür, dass sie bereits voll ausgebildete Tiere sind, die niemals Fehler machen. Dennoch sprechen viele Gründe für die Adoption eines älteren Hundes. Gerade Seniorenhunde haben oft weniger Chancen, adoptiert zu werden, dabei kann ihre Erfahrenheit viele Vorteile im Alltag mit sich bringen. Und auch die Liebe und Dankbarkeit, die einem ein älterer Hund entgegenbringen kann, sind oft unbezahlbar.