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Reifegrad entscheidend

Dürfen Hunde Tomaten essen? Das sagt eine Ernährungsexpertin

Hunde schnuppert an Tomaten auf einem Tisch
Tomaten schmecken auch Hunde. Oft heißt es jedoch, die Früchte seien giftig für die Vierbeiner Foto: Getty Images

30. Mai 2024, 6:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Tomaten stecken voller Ballaststoffe, Nährstoffe und Mineralien wie etwa Vitamin A und Vitamin C, Beta-Carotin oder Folsäure und Kalium. Außerdem haben sie wenig Kalorien. Das könnte sie zu einem guten Hundefutter machen. Aber es gibt da ein Problem: Tomaten zählen wie Kartoffeln und Paprika zu den Nachtschattengewächsen.  

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„Nachtschattengewächse enthalten Solanin. Es dient den Pflanzen als Defensivstoff gegen Feinde wie Insekten oder auch Pilzbefall“, erklärt Anke Jobi, Ernährungsexpertin für Hunde und Buchautorin im Gespräch mit PETBOOK. Solanin ist eine schwach giftige chemische Verbindung – nicht nur für den Hund, sondern auch für den Menschen. Mit dem Reifeprozess wird Solanin im Gemüse abgebaut, weswegen reife Tomaten deutlich weniger davon enthalten als unreife. Das gilt auch für Tomatensorten, die grün bleiben: Die reifen Früchte erhalten ebenfalls nur noch wenig Solanin. 

Der Reifegrad ist entscheidend

Bedeutet das, dass Hunde Tomaten fressen dürfen? Ja. Anke Jobi: „Wer den Napf des Hundes mit gesunden pflanzlichen Nahrungsmitteln füllen möchte, muss sich bei Tomaten keine Sorgen machen. Die Tomate sollte aber gut reif sein.“ Und sie ergänzt: „Gemüse sollte grundsätzlich immer entweder geschreddert, püriert oder, falls beides nicht geht, gegart werden.“  

Damit ist es ein Mythos, dass Tomaten für Hunde per se giftig sind. Tomatenstängel, Blätter und Blüten sowie unreife Tomaten sollte der Hund dagegen nicht fressen – sie enthalten ebenfalls Solanin in der unerwünscht hohen Konzentration. 

Verarbeitete Tomaten dem Hund verfüttern 

Gekochte Tomaten sollen für den Hund noch bekömmlicher sein – eine Empfehlung lautet hier, zusätzlich die Schale zu entfernen. Jetzt ist es so, dass Garen allein dem Solanin nichts entgegensetzt. „Erhitzung hilft nicht wirklich gegen das giftige Solanin, denn Solanin ist hitzebeständig,“ erklärt Anke Jobi. Aber: Da Solanin wasserlöslich ist, geht es beim Kochen zumindest teilweise ins Kochwasser über. Daher kommt die Empfehlung, Hunden nur gekochte Tomaten zu füttern – laut Anke Jobi ist das aber nicht notwendig. Auch das Schälen der Tomate kann man sich sparen.  

Hunde können übrigens auch Fertigprodukte wie Tomatensauce oder Tomatenmark fressen, da beides aus reifen Tomaten hergestellt wird, um den Geschmack zu erzeugen. Anke Jobi: „Generell sollte man bei Fertigprodukten natürlich immer auf die Zutatenliste schauen.“ 

Zusammengefasst gilt also:  

  • Pürieren, Schreddern oder Garen verbessern die Verdaulichkeit für den Hund. 
  • Roh sollten nur reife Tomaten verfüttert und davor das Blattgrün und der Strunk entfernt werden. 
  • Tomaten sollten in Maßen gefüttert werden und nicht als Hauptmahlzeit.  

Auch interessant: Dürfen Hunde Spargel fressen? Tierärztin gibt Antwort

Dürfen alle Hunde Tomaten fressen? 

Ob der Hund Tomaten gut verträgt oder nicht, hängt von einigen Faktoren ab – seinem Alter, seinem gesundheitlichen Zustand, aber auch seiner Größe. Generell können kleine Hunde mit dem Verzehr von Nachtschattengewächsen mehr Probleme haben als größere. Hunde mit besonders empfindlichem Magen und Darm können ebenfalls mit Unverträglichkeiten reagieren.  

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Zu viele rohe Tomaten gefressen? Eine Vergiftung erkennen 

Wenn der Hund sich rohe Tomaten in rauen Mengen einverleibt hat, kann er tatsächlich eine Solanin-Vergiftung erleiden. Die zeigt sich zum einen durch Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen, Herz-Kreislauf-Probleme wie Müdigkeit und neurologische Ausfälle wie Krämpfe, Zittern und Muskelschwäche, Koordinationsstörungen und Schwindel. Im heftigen Fall können Herzrhythmusstörungen, Atembeschwerden und Bewusstlosigkeit auftreten. Dann ist klar: Der Hund muss sofort einem Tierarzt vorgestellt werden.  

Übrigens: Tomaten können beim Hund eine Allergie auslösen – dies kann sich durch bekannte Symptome wie Atembeschwerden, Niesen oder Schwellungen und Juckreiz bemerkbar machen. 

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