
29. Juli 2024, 6:30 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn der Hund immer häufiger gegen Gegenstände läuft, sich unsicher in unbekannten Gegenden verhält oder besonders lichtempfindlich ist, können dies Anzeichen für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens und die Erkrankung Grauer Star sein. PETBOOK gibt einen Überblick über weitere Symptome, Ursachen der Erkrankung und wie diese genau diagnostiziert werden kann.
Die Augenerkrankung Grauer Star (Katarakt) führt zu einer zunehmenden Trübung der Augenlinse, wodurch sich das Sehvermögen des Hundes stark verschlechtert. Sie gehört zu einer der häufigsten Erkrankungen bei Hunden, die zur Erblindung führen kann. Ursachen für den Grauen Star können Erkrankungen oder Veranlagungen sein.
Wie macht sich Grauer Star bemerkbar?
Die ersten Anzeichen für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens beim Hund machen oft durch ein verändertes Verhalten auf sich aufmerksam. Dazu können Orientierungslosigkeit – besonders bei schwierigeren Lichtverhältnissen oder im Dunkeln – sowie das Stoßen an Gegenständen gehören.
Ab einem gewissen Stadium ist die Erkrankung des Grauen Stars beim Hund auch bereits mit bloßem Auge zu erkennen. Die Augenlinse des Hundes ist dann weiß bis bläulich verfärbt. Allerdings ist nicht jede Verfärbung der Linse bereits ein Anzeichen für den Grauen Star. Auch andere Augenerkrankungen können zu unterschiedlichen Linsenverfärbungen führen. Eine Untersuchung durch den Tierarzt ist daher wichtig, um die richtige Diagnose zu stellen.
Wenn es bereits zu einer Trübung der Augenlinse gekommen ist und der Hund dadurch in seinem Sehvermögen beeinträchtigt wird, kann sich das durch unterschiedliche Verhaltensänderungen bemerkbar machen. Oft verhalten sich Hunde in veränderter oder fremder Umgebung unsicher, haben Orientierungsprobleme und reagieren schreckhaft auf Berührungen, weil sie diese nicht kommen gesehen haben. Durch diese Verunsicherungen werden einige Hunde weniger aktiv und bewegen sich verhaltener und vorsichtiger fort.1
Ursachen
Grauer Star kann durch verschiedene Auslöser entstehen. Zunächst wird zwischen dem primären Grauen Star und dem sekundären Grauen Star unterschieden. Beim primären Grauen Star kommt es ohne genaue Ursache zur Trübung der Augenlinse. Oft ist diese Erkrankung angeboren oder tritt als Alterserscheinung bei bestimmten Hunderassen auf. Der sekundäre Graue Star – auch erworbener Grauer Star genannt – kann verschiedene Auslöser haben. Dazu gehören Augenerkrankungen, wie etwa Netzhautschädigungen, Augenverletzungen oder Stoffwechselstörungen wie beispielsweise Diabetes mellitus.
Aber auch eine genetische Komponente kann für Grauen Star verantwortlich sein. In diesem Fall spricht man von einem hereditären Grauen Star. Zu den häufig betroffenen Hunderassen zählen dabei Cocker Spaniel, Dackel, Golden Retriever, Pudel und Zwergschnauzer. Bei diesen kann die Erkrankung bereits in jungen Jahren auftreten und dazu führen, dass die Hunde innerhalb weniger Wochen erblinden. Aber auch bei nicht reinrassigen Hunden kann der Gen-Defekt auftreten.2
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Diagnostik: Wie wird Grauer Star festgestellt?
Auch wenn die Trübung der Augenlinse bereits erkennbar ist, muss es sich dabei nicht immer um Grauen Star handeln. Ein Tierarztbesuch ist daher unumgänglich, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten. Beim Grauen Star gilt, je früher er erkannt wird, desto eher kann er behandelt werden. Daher sollte man als Hundehalter bereits beim ersten Verdacht nicht zögern und einen Tierarzt aufzusuchen.
Der Tierarzt wird die Augen des Hundes ausführlich untersuchen. Eine ausgiebige Untersuchung der Augen beinhaltet eine Vielzahl von Methoden. Dazu gehören:
- Betrachtung der Augen mit einem Ophthalmoskop
- Messung des Augendrucks
- Untersuchung der Kammerwinkel
- Messung der Tränenproduktion
- Anfärbung des Auges, um mögliche Verletzungen der Hornhaut festzustellen
- Untersuchung der Netzhaut
- Untersuchung der befindlichen Bereiche hinter der Linse
Diese Untersuchungsmethoden sind wichtig, um eine genaue Diagnose stellen zu können und mögliche Augenveränderungen neben dem Grauen Star festzustellen.
Mögliche Behandlung beim Grauen Star
Grauer Star beim Hund kann nicht medikamentös behandelt werden. Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist eine Operation, bei der der trübe Teil der Linse (oder die gesamte trübe Linse) durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Grauer Star kann aber nicht bei jedem Hund operiert werden. Der Eingriff kann nur erfolgen, wenn die Netzhaut intakt und nicht verletzt ist. Ob der Graue Star letztendlich aber wirklich operiert werden kann, entscheidet der Tierarzt, nachdem er das betreffende Auge ausreichend untersucht hat.
Nach einer erfolgreichen Operation ist die Behandlung aber noch nicht abgeschlossen, denn der Graue Star muss anschließend noch mit Tabletten und Augentropfen oder -salben weiterbehandelt werden. Dies kann der Hundehalter selbst übernehmen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt sind nach der Operation aber unumgänglich.
Wenn keine Operation möglich ist, erblindet der Hund zwangsläufig im Laufe der Zeit durch den Grauen Star. Auch dann ist die Gabe von Augentropfen wichtig, um Entzündungen vorzubeugen.

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Gibt es präventive Maßnahmen?
Da Grauer Star häufig altersbedingt oder durch genetische Prädispositionen auftaucht, kann man ihm kaum vorbeugen. Allerdings können die Augen des Hundes durch bestimmte Maßnahmen geschützt werden, um eine generelle Erkrankung zu verhindern. Dazu gehören zum einen eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Ausreichend Vitamine sind wichtig für die Gesundheit der Hundeaugen. Auch Diabetes – einem Auslöser für den Grauen Star – kann durch eine gute Ernährung vorgebeugt werden.
Auf das Rauchen in der Nähe von Hunden sollte man verzichten, da der Rauch der Zigaretten erwiesenermaßen schädlich für die Augen von Hunden ist. Wenn man mit seinem Hund viel in der Natur unterwegs ist und besonders in den Bergen oder Schneegegenden wandern geht, kann man die Augen des Vierbeiners durch spezielle Hundesonnenbrillen vor der intensiven Sonneneinstrahlung schützen.3