
2. Januar 2025, 6:28 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Hunde verfügen über ein beeindruckendes Gehör und nutzen ihre Ohren auch, um mit uns zu kommunizieren. Umso wichtiger ist es, die Gesundheit der empfindlichen Lauscher regelmäßig im Blick zu behalten. Doch woran erkennt man, ob alles in Ordnung ist, und wie lässt sich vorbeugend handeln? Experten geben Tipps, wie Hundeohren richtig gepflegt werden und wann ein Tierarztbesuch ratsam ist.
Ein gesundes Hundeohr hält sich in der Regel von selbst sauber. Trotzdem kann es nötig werden, die Ohren vom Hund zu reinigen. Etwa bei einer Entzündung oder wenn Dreck hineingerät. Vor allem Hunde mit Schlappohren benötigen regelmäßig Aufmerksamkeit. Worauf Tierhalter achten sollten, wie eine geeignete Pflege aussieht und wann Handlungsbedarf besteht, erklären wir in diesem Beitrag – mit hilfreichen Ratschlägen vom Experten.
Wie erkenne ich gesunde Hundeohren?
„Ein gesundes Hundeohr ist sauber und geruchlos, die Haut leicht rosa gefärbt. Rötungen, Schwellungen oder unangenehmer Geruch deuten hingegen auf ein Problem hin“, erklärt Tierarzt Björn-Sirke Schwarz vom Industrieverband Heimtierbedarf (IVH). Damit mögliche Beschwerden frühzeitig erkannt werden, empfiehlt Schwarz, die Ohren des Hundes mindestens einmal wöchentlich zu kontrollieren.
Ohrencheck früh üben
Selbst wenn der Hund nie Probleme bekommen sollte, empfiehlt es sich, die regelmäßige Kontrolle der Ohren mit dem Vierbeiner zu üben. Am besten von Welpenalter an. Denn wer erst anfängt, das Ohr des Hundes zu reinigen, wenn es Probleme gibt und es dem Hund vielleicht auch noch unangenehm ist, riskiert, dass der Hund dies nicht zulässt.
Dafür fängt man an, den Hund an das Berühren der Ohren zu gewöhnen. Das geschieht am besten ganz nebenbei, etwa beim Kuscheln – wenn der Hund in einem ruhigen Zustand ist. Später kann man mit ihm gezielt trainieren, in die Ohren zu schauen. Ist das für den Hund kein Problem, kann man im nächsten Schritt das Berühren des Ohres mit einem Tuch trainieren und erste Wischbewegungen üben.
Muss ich dem Hund die Ohren reinigen?
Eine regelmäßige Ohrenreinigung ist nicht bei jedem Hund erforderlich. Bestimmte Rassen sind jedoch anfälliger, wie Schwarz erläutert: „Hunde mit langen Schlappohren, wie Cocker Spaniels oder Basset Hounds, bekommen schneller Ohrenprobleme, da ihre Ohren weniger Luftzirkulation zulassen.“ Auch starker Haarwuchs im Gehörgang erhöht das Risiko von Entzündungen. Hunde mit stark behaarten Ohren profitieren zudem davon, wenn die Haare um den Gehörgang regelmäßig gekürzt werden, um eine bessere Belüftung sicherzustellen.
Womit sollte ich dem Hund die Ohren reinigen?
Bei leichtem Schmutz genügt es, die Ohrmuschel mit einem angefeuchteten Tuch vorsichtig zu säubern. Handwarmes Wasser oder leicht erwärmte Reinigungsflüssigkeit können den Reinigungsvorgang angenehmer machen. Damit wischt man die Ohrmuschel vorsichtig aus. Niemals sollte man mit Ohrstäbchen oder ähnlichem in den Gehörgang der Tiere gehen.
Sollte das Ohr besonders dreckig sein, kann in Ohrenreiniger aus dem Tierfachgeschäft oder dem Tierarzt helfen. Sie enthalten Wirkstoffe, die verhärtetes Ohrenschmalz und anderen Schmutz aufweichen. Die Anwendung lässt man sich am besten das erste Mal von seinem Tierarzt zeigen.1
Feuchtigkeit vermeiden – so bleibt das Ohr gesund
Feuchtigkeit ist eine der Hauptursachen für Ohrenprobleme bei Hunden. Bleibt Wasser im Ohr zurück, kann dies Entzündungen fördern. Daher ist es wichtig, die Ohren nach Spaziergängen im Regen mit einem weichen Handtuch trocken zu tupfen.
Auch Zugluft kann sich negativ auswirken: Der Schlafplatz des Hundes sollte sich daher nicht in der Nähe von häufig geöffneten Fenstern befinden.
Ohrenmilben oder nur Schmutz?
Das Ohrenschmalz von Hunden ist in der Regel gelb bis bräunlich. Findet man im Ohr hingegen schwarze, krümelige Ablagerungen, handelt es sich wahrscheinlich um Ohrräude. Sie wird vor allem von der Milbenart Otodectes cynotis verursacht. Sie besiedeln vor allem die Gehörgänge und ernähren sich von Hautzellen. Ihr Speichel kann bei manchen Hunden Irritationen und Juckreiz verursachen. 2
Einer der wichtigsten Hinweise, ob es sich bei den Ablagerungen im Ohr um Milben handelt, ist Kratzen und Kopfschütteln. Die eindeutige Diagnose sollte immer beim Tierarzt erfolgen. Dieser kann spezielle Ohrentropfen verschreiben. Mehr zu dem Thema erfahren Sie in diesem Artikel: Milben beim Hund erkennen und behandeln.

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Wann zum Tierarzt?
Treten Symptome wie Rötungen, Schwellungen, unangenehmer Geruch oder Ausfluss am Ohr auf, ist ein Besuch beim Tierarzt unverzichtbar. „Auch häufiges Kopfschütteln und Kratzen können auf ein Problem hinweisen“, so Schwarz. Häufige Ursachen für Ohrenbeschwerden sind Entzündungen, Parasitenbefall oder Fremdkörper im Gehörgang. Ein schneller Gang zur Tierarztpraxis kann verhindern, dass sich diese Probleme verschlimmern.
Mit Material der dpa