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Große Unterschiede

Wie viel Schlaf braucht ein Hund?

Ein Welpe schläft auf einem Sofa.
Das Schlafbedürfnis von Hunden ist so unterschiedlich wie ihre Rassen, ihr Alter und ihre Bedürfnisse Foto: Getty Images
Porträt Manuela Bauer
Freie Autorin

4. November 2024, 10:39 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Hunde haben generell ein größeres Schlafbedürfnis als wir Zweibeiner. Und genau wie wir verarbeiten sie im Schlaf Erlebtes und träumen. Doch ob für einen Hund 10 oder 20 Stunden Schlaf ausreichend sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie Alter und Rasse darauf Einfluss haben, erklärt PETBOOK.

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Während wir Menschen meist einen festen Schlaf-Wach-Rhythmus von durchschnittlich acht Stunden in der Nacht haben, legen Hunde auch gern tagsüber ein Nickerchen ein. Denn Hunde haben kürzere Schlafzyklen, die durch Wachphasen unterbrochen werden. Man bezeichnet das als Intervallschlafen oder polyphasischen Schlaf. Wie viel ein Hund insgesamt schläft, hat mit seinem Alter, der Gesundheit, der Aktivität, Größe und seiner Rasse zu tun.

Welche Rassen brauchen mehr oder weniger Schlaf?

Am meisten Schlaf benötigen große Rassen wie der Bernhardiner oder die Deutsche Dogge, aber auch der Deutsche Schäferhund oder der Golden Retriever verschlafen bis zu 18 Stunden insgesamt, den Großteil davon (circa 70 Prozent) in der Nacht. Der massivere Körper dieser Rassen braucht schlicht mehr Zeit zur Regeneration. Oft haben große Rassen aber auch ein ruhigeres Temperament, das nichts mit Faulheit zu tun hat.

Mittelgroße Hunde wie der Australian Shepherd oder der Cocker Spaniel schlafen und dösen zwischen 10 und 14 Stunden. Klein- und Zwergrassen wie der Dackel, der Pudel oder der Chihuahua brauchen meist wieder ein bisschen mehr Schlaf, ca. 14 bis 16 Stunden. Vermutlich, weil sie aktiver sind und sich mehr verausgaben.1

Wie Bewegung den Schlaf des Hundes beeinflussen kann

Dies ist auch eine Regel, die allgemein anwendbar ist. Hunde, die tagsüber aktiver sind, schlafen leichter ein. Während Vierbeiner die nicht ausgelastet sind, nachts auch schlaflos und unruhig sein können. Natürlich kann es auch sein, dass der Hund durch mangelnde Bewegung an Gewicht zulegt, träger wird und deshalb gerade mehr schläft.

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Wie viel Schlaf benötigen ältere und jüngere Hunde?

Doch nicht nur die Rasse und die Größe spielen eine Rolle dabei, wie lange die Ruhezeiten eines Hundes sind. Auch das Alter kann in zwei Richtungen einen Einfluss auf das Schlafbedürfnis unserer Vierbeiner haben.

Wie viel Schlaf Welpen brauchen

Wir alle wissen: „Schlafende Hunde soll man nicht wecken.“ Dies gilt insbesondere bei Welpen, die man nicht am Schlafen hindern darf. Denn sie befinden sich in der wichtigen Wachstumsphase, weshalb sie gern auch bis zu 22 Stunden täglich im Reich der Träume verbringen.

Alles ist neu und aufregend für sie und ihr Gehirn muss die vielen Erlebnisse und Gerüche verarbeiten. Außerdem lernen sie jeden Tag etwas Neues und das ist ganz schön anstrengend und macht einfach „hundemüde“. Ihr gesamtes Schlafpensum verteilt sich auf 60 Prozent am Tag und 40 Prozent in der Nacht.2

Wie viel Schlaf ältere oder kranke Hunde brauchen

„Schlaf ist die beste Medizin!“, wussten schon unsere Großmütter. Und was beim Zweibeiner hilft, ist auch beim Hund nicht verkehrt. Genau wie Welpen brauchen kranke und ältere Hund eine zusätzliche Mütze Schlaf, denn dann werden auch im Alter noch Wachstumshormone ausgeschüttet, durch die die Zellen erneuert und Muskeln und Gewebe zum Wachstum angeregt werden.

Lassen Sie den Patienten oder Oldie also gern ebenfalls 18 bis 22 Stunden des Tages verschlafen, damit er schnell wieder fit wird oder bis ins hohe Alter bleibt. Der Schlafanteil, der sich auf Tag und Nacht verteilt, ist genau andersherum als beim Welpen. 40 Prozent schlafen die älteren und kranken Semester am Tag und 60 Prozent in der Nacht.

Schläft ein Hund jedoch plötzlich sehr viel mehr und ist noch nicht alt, sollte man einen Tierarzt aufsuchen, um sicherzugehen, dass keine Krankheit hinter dem erhöhten Schlafbedürfnis steckt.

Wie tief schlafen Hunde?

Interessant ist auch, dass egal, welche Rasse, Größe oder welches Alter: Hunde sind fähig, innerhalb von Sekunden einzuschlafen, sind aber genauso schnell hellwach, wenn sich die Kühlschranktür öffnet.

Für ihren Vorfahren, den Wolf, war die schnelle Reaktion auf Geräusche eine wichtige Fähigkeit, um in der Wildnis zu überleben. So ist auch ein Wachhund immer im „Stand-by-Modus“ um bei Gefahr den vermeintlichen Eindringling zu verjagen.

Das verrät die Schlafposition des Hundes

Unsere Vierbeiner haben die unterschiedlichsten Schlafhaltungen, an denen wir erkennen, in welcher Schlafphase sich das Tier gerade befindet:

Auf dem Sprung

Schläft der Hund nur leicht oder döst, liegt er auf dem Bauch, der Kopf liegt locker auf dem Boden. Die Pfoten können auch angewinkelt sein, damit er jederzeit in Aktion gehen kann.

Der Rückenschläfer

In dieser Position zeigt der Hund, dass er sich rundum wohl und geborgen fühlt, denn er präsentiert seine empfindlichste Körperstelle. Er ist richtig tiefenentspannt und befindet sich nun im Tiefschlaf.

Löffelchen

Schläft der Hund auf der Seite schlummert er ebenfalls tief und fest, und fühlt sich sicher, denn aus dieser Position würde er bei Gefahr nicht so schnell hochkommen.

Die Schnecke

Rollt der Hund sich zusammen und bedeckt mit den Pfoten und dem Schwanz seinen Bauch, wärmt er und befindet sich im Tiefschlaf. Im Winter ist diese Position häufiger zu sehen, falls er nicht gerade vor dem prasselnden Kamin liegt.

Ausführliche, weitere Informationen zu den verschiedenen Schlafpositionen bei Hunden finden Sie hier: Was die Schlafposition über Ihren Hund verrät.

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Welche Auswirkungen Schlafmangel auf den Hund haben kann

Wer sich nach der Lektüre dieses Textes nun denkt: „Hilfe, mein Hund schläft (wahrscheinlich) nicht genug!“ sollte auf einige Symptome für chronischen Schlafmangel achten. Denn, wenn ein Hund auf Dauer zu wenig schläft, kann dies zu Stress führen, der sich auf die Gesundheit und das Verhalten auswirkt:

  • Nervosität
  • überdrehtes Verhalten
  • Konzentrationsschwierigkeiten beim Lernen oder dabei, Erlerntes umzusetzen
  • hyperaktives und aggressives Verhalten
  • erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten

Generell kann Schlafmangel zu einem Teufelskreis werden. Man sollte also schnell die Auslöser finden und die Ursachen beheben. Auch dabei kann der Tierarzt unterstützen.3

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Quellen

  1. rover.com, „Wie viel Schlaf brauchen Hunde? So erkennst du, ob dein Hund zu viel schläft“ (aufgerufen am 07.10.2024) ↩︎
  2. veto-tierschutz.de, „Einfach hundemüde: Wie viel Schlaf braucht ein Hund?“ (aufgerufen am 07.10.2024) ↩︎
  3. hundeo.com, „Wie lange schlafen Hunde? (Alle Schlafphasen erklärt)“ (aufgerufen am 07.10.2024) ↩︎

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