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Risiko für das Tier

Darum sollten Hunde nicht aus Pfützen trinken

Hund trinkt aus einer Pfütze
Hunde tun es zwar immer wieder, doch Frauchen oder Herrchen sollten möglichst verhindern, dass der Vierbeiner aus einer Pfütze trinkt Foto: Getty Images
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PETBOOK Redaktion

5. Oktober 2024, 8:10 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Für Hunde sind Pfützen beim Gassigehen oftmals eine Gelegenheit, um sich zu erfrischen und ihren Durst zu stillen. Doch Halter sollten dies verhindern, denn von dem abgestandenen Wasser gehen Gefahren für die Gesundheit des Vierbeiners aus.

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Wer mit dem Hund unterwegs ist, beobachtet es immer wieder: Plötzlich steht das Tier mitten in der Pfütze und genießt ein paar Schlucke aus dem Wasser. Davon ist allerdings dringend abzuraten. Denn das Trinken aus der Pfütze kann gefährlich für den Hund werden. Grund: In stehenden Gewässern tummeln sich Bakterien und Verunreinigungen, warnt die Berliner Hundeexpertin und -verhaltensberaterin Nadja Kopp.

„Außerdem riecht das Pfützenwasser anders als unser Leitungswasser, weil kein Chlor enthalten ist. Dies macht es direkt noch einmal interessanter für Hunde“, so Kopp weiter. In den Pfützen und auch in anderen stehenden Gewässern tummeln sich allerdings Bakterien und Verunreinigungen, die schädlich für das Heimtier sein könnten

So besteht an parkenden Autos immer die Möglichkeit, dass sich etwas Motoröl in das Wasser mischt. Bei Feldwegen können angespülte Düngemittel die Gesundheit gefährden. Auch können über die Ausscheidungen anderer Tiere Parasiten und Wurmeier beim Trinken aufgenommen werden.

Dies nimmt man im ersten Moment vielleicht gar nicht wahr, doch spätestens nach einigen Stunden zeigen sich in diesen Fällen starke Durchfälle, Erbrechen oder andere Stoffwechselsymptome. Ein Wurm- oder Parasitenbefall hat schleichendere Konsequenzen, die einem vielleicht gar nicht mehr bewusst sind, wenn der Hund beim Gassigehen nur einmal schnell aus der Pfütze getrunken hat. In jedem Fall sollte man die Tiere jedoch bei einem Tierarzt vorstellen.

Auch interessant: So viel muss ein Hund täglich trinken

Pfützen können potenziell tödliche Erreger beinhalten

Ebenso besteht die Gefahr, sich mit Krankheitserregern zu infizieren, etwa Leptospirose. Die Infektionskrankheit wird durch Bakterien, sogenannte Leptospiren, ausgelöst. Die Bakterien gelangen hauptsächlich über den Urin von Ratten und Mäusen in Pfützen und Gewässer.

Im Sommer helfen ihnen die hohen Temperaturen bei einer schnellen Vermehrung, aber auch mit den sinkenden Temperaturen im Herbst ist die Gefahr noch nicht bereinigt. Da es häufiger und länger regnet, können die Bakterien mitunter über Wochen in einzelnen Pfützen überleben.

Typische Anzeichen, dass sich der Hund mit der Krankheit infiziert hat, sind Fieber, Appetitlosigkeit, Durchfall und Erbrechen. Aber auch Nasenbluten und Kreislaufprobleme können dann auftreten. Die Schleimhäute verfärben sich zudem gelblich.

Das Tückische an der Leptospirose ist jedoch, dass in einigen Fällen kaum Symptome auftreten. Gerade dann kann die Erkrankung unbehandelt auch tödlich enden. Daher sind insbesondere gelbe Schleimhäute immer ein Grund, einen Tierarzt aufzusuchen. Über Blut- oder Urinuntersuchungen kann der Vierbeiner dann auf Leptospiren getestet werden.

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Die gute Nachricht? Es gibt eine Impfung!

Hundeexpertin Koop gibt allerdings eine leichte Entwarnung: „Die Impfung gegen Leptospirose ist bei Hunden eine Pflichtimpfung, die jährlich aufgefrischt wird. Natürlich kann es dennoch zu einer Infektion kommen. Ein schwerer Krankheitsverlauf wird durch die Impfung aber in den meisten Fällen verhindert. Man muss also nicht gleich in Panik verfallen, wenn der Hund mal aus einer Pfütze getrunken hat. Wird die Infektion früh genug bemerkt, haben die Tiere in der Regel gute Heilungsaussichten und müssen keine Langzeitfolgen befürchten“, erklärt Kopp.

Hat der Hund diese lebensrettende Impfung jedoch nicht erhalten, oder ist sie nicht mehr wirksam, sind Leptospiren jedoch äußerst gefährlich für die Tiere. Seinen Hund impfen zu lassen, liegt zudem auch im besten Interesse des Halters selbst. Denn bei der Leptospirose handelt es sich um eine Zoonose, also eine Krankheit, die vom Hund auf den Menschen übertragen werden kann. Bei grippeähnlichen Symptomen sollte man daher seinen Arzt aufsuchen und ihn über die Infektion des Vierbeiners informieren. 

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So hält man den Hund davon ab, aus Pfützen zu trinken

Doch wie kann man den Hund vom Trinken aus der Pfütze abhalten? Wichtig ist, sein Tier immer zu beobachten und mit einem „Nein“-Signal zu stoppen. Nadja Kopp rät sogar, immer eine Alternative für den Hund dabei zu haben, etwa eine Flasche sauberes Wasser. Das kann man dem Hund dann anbieten. Hat man kein Wasser dabei, sind fließende Gewässer eine Trinkalternative mit geringerem Risiko. Dort sind Schadstoff-Konzentrationen meist niedriger.

Und wenn der Hund doch einmal ein paar Schlucke genommen hat? Ruhe bewahren und den Vierbeiner genau beobachten. Wenn er kurz darauf typische Symptome wie Durchfall oder Fieber bekommt, sofort einen Tierarzt aufsuchen. Mit der Information, dass Pfützenwasser die Ursache sein könnte, kann der Arzt schnell die nötigen Tests machen und das Tier entsprechend behandeln. 1

Mit Material der dpa

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Quellen

  1. IVH-online.de, „Gefahren im Wasser: Hunde nicht aus Pfützen trinken lassen!“ (aufgerufen am 5.10.2024) ↩︎

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