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Progressive Retinaatrophie

Bei diesen Hunde- und Katzenrassen ist Blindheit vorprogrammiert

PRA (Progressive Retinaatrophie) ist eine Augenerkrankung, die bei Haustieren wie Hunden und Katzen zu Sehverlust führen kann.
PRA (Progressive Retinaatrophie) ist eine Augenerkrankung, die bei Haustieren wie Hunden und Katzen zu Sehverlust führen kann. Foto: Getty Images
Dennis Agyemang
Redakteur

21. Januar 2025, 17:21 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Progressive Retinaatrophie ist eine Augenerkrankung, die Hunde und Katzen betrifft und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Bestimmte Rassen sind besonders anfällig für diese Erkrankung. Welche das sind und wie die Krankheit verläuft, erklärt Tierärztin Dr. Vanesse Herder.

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Progressive Retinaatrophie – kurz PRA – beschreibt eine Augenerkrankung, die bei Hunden und Katzen zum Verlust des Sehvermögens führen kann. Betroffene Tiere haben anfangs oft Schwierigkeiten, in der Dunkelheit zu sehen. Ein Zustand, der der Nachtblindheit beim Menschen ähnelt. Später können die betroffenen Tiere auch bei Tageslicht immer schlechter sehen, bis sie schließlich vollständig erblinden. „Bei der PRA unterscheidet man verschiedene Formen, die im jungen oder im erwachsenen Alter auftreten oder bei denen unterschiedliche Bereiche der Netzhaut, die Zapfen oder die Stäbchen, betroffen sind“, erklärt Tierärztin Dr. Vanessa Herder im Gespräch mit PETBOOK.

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Progressive Retinaatrophie ist in vielen Fällen erblich

Es gibt verschiedene Gründe, warum Tiere an PRA erkranken, weiß die Tierärztin. Oft spielt die Genetik eine Rolle, erklärt Herder. „Bei über 100 Hunderassen, seltener bei Katzen, wurde die erbliche Variante bereits nachgewiesen. Die genetische Ursache ist aber nicht einheitlich und variiert von Rasse zu Rasse.“ Bestimmte Faktoren wie die Ernährung könnten eine wichtige Rolle spielen. So könnte ein Mangel an Vitaminen wie Vitamin A, C und E oder an Taurin die Progressive Retinaatrophie auslösen, fasst die Expertin zusammen.

Auch Lichteinwirkung kann ein Auslöser sein. Konkret kann hier zu viel UV-Strahlung eine Rolle spielen. Die schwere Erkrankung tritt aber auch immer wieder ohne erkennbaren Grund auf, erklärt Dr. Vanessa Herder. „Es gibt auch eine spontane, erworbene Variante, deren Ursache bisher unbekannt ist.“

Diese Rassen sind besonders oft von Progressive Retinaatrophie betroffen

Besonders tückisch: PRA kann in jedem Alter auftreten und ist in vielen Fällen schwer zu erkennen. Daher könnten nur Gentests und eine augenärztliche Untersuchung die Diagnose sichern, verrät Dr. Herder. Bei Alaska-Malamuten oder Gordon-Settern tritt die Krankheit bereits im zweiten Lebensmonat auf. Die Tiere sehen bei Tageslicht schlecht, jedoch verschlimmert sich die Krankheit nicht. Grundsätzlich gilt: Eine frühe Diagnose hilft, dem Tier das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Aufgrund der genetischen Veranlagung sind unter anderem Rassen betroffen wie

Auch Katzen können von der Krankheit befallen werden, ordnet die Tierärztin ein. „Bei der Abessinier-Katze sind zwei verschiedene Formen der PRA beschrieben: Eine früh einsetzende Form, bei der die Katze innerhalb weniger Monate erblindet, und eine spät einsetzende Form, bei der die Katze im Alter von fünf bis zehn Jahren erblindet.“

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Auch Katzen können durch PRA erblinden

Die Abessinierkatze ist jedoch nicht die einzige Katzenrasse, die an Progressiver Retinaatrophie erkranken kann. So können auch die mit der Abessinierkatze eng verwandte Somalikatze sowie die Siamkatze, die Orientalisch-Kurzhaarkatze und auch die Bengalkatze an PRA erkranken. Bei den drei letztgenannten Rassen ist die Erkrankung jedoch eher selten.

Was alle Varianten der PRA gemeinsam haben, ist: „Die Erkrankung ist nicht therapierbar“, erklärt Dr. Herder im Gespräch mit PETBOOK. „Deshalb stehen bei betroffenen Tieren vor allem Maßnahmen im Vordergrund, die ihnen im Alltag helfen: Etwa, indem maniIm und um das Haus für gute Beleuchtung sorgt. Wenn in der Frühphase nur Nachtblindheit vorliegt, sollte man Hunden in neuer Umgebung durch Leinenführigkeit Sicherheit geben und Möbel im Haus immer an der gleichen Stelle stehen lassen.“ PRA ist eine ernsthafte Krankheit, aber mit etwas Unterstützung und Anpassung können betroffene Haustiere ein gutes Leben führen, so das Fazit der Expertin.

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