19. März 2025, 5:47 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Schon mal etwas vom Hundesport „Obedience“ gehört? Die Hundesportart schult Hundebesitzer und Hunde darauf, harmonisch und kooperativ zusammenzuarbeiten. Was dahintersteckt und für welche Hunde sich der Sport eignet, erfahren Sie hier.
Hunde sind nicht nur treue Kumpels und echte Gefährten. Die Vierbeiner sind zudem hochintelligente Tiere – wenn man einigen Studien Glauben schenkt, können sie es sogar mit der Intelligenz von Kleinkindern locker aufnehmen (PETBOOK berichtete). Kein Wunder also, dass die Tiere nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert werden möchten. Geistig unausgelastete Hunde erkennt man daran, dass sie sich auffallend verhalten, Dinge zerbeißen, gestresst sind, oder kläffen. Was hier hilft, ist ein Hundesport. Obedience ist eine Hundesportart, die den Bedürfnissen Ihres Hundes nach Bewegung und geistiger Beschäftigung in idealer Weise nachkommt. Was genau sich hinter dem Hundesport verbirgt, wie das Training aussieht und für welche Hunde sich Obedience eignet, verrät PETBOOK Ihnen in diesem Artikel.
Was ist Obedience?
Obedience ist eine Hundesportart, die ihren Ursprung in England hat und seit den 1950er-Jahren offiziell ausgeübt wird. Der Begriff „Obedience“ bedeutet übersetzt „Gehorsam“. Wer jetzt denkt, es handele sich dementsprechend nur um das Einüben von Befehlen, liegt falsch. Ziel des Sports ist es, die perfekte Zusammenarbeit und Gehorsamkeit zwischen Hund und Halter zu demonstrieren. In dieser Disziplin lernen Hunde, präzise Kommandos auszuführen, wie etwa Fußlaufen, Sitz, Platz oder das Apportieren, auch unter Ablenkung und auf Distanz.
Obedience erfordert nicht nur Disziplin und Konzentration, sondern betont auch die Harmonie und Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Im Vordergrund steht die Freude und kein Zwang. Die Prüfungen werden in verschiedenen Schwierigkeitsstufen durchgeführt, wobei die Genauigkeit und die Freude des Hundes an der Arbeit besonders bewertet werden.
Was macht man beim Obedience?
Im Obedience gibt es verschiedene Übungen, die je nach Schwierigkeitsgrad in Klassen unterteilt sind. Typische Übungen sind:
- Fußarbeit: Der Hund geht exakt neben seinem Halter, ohne zu ziehen oder zurückzufallen.
- Sitz, Platz und Steh auf Distanz: Der Hund führt Kommandos präzise aus, auch wenn der Halter weiter entfernt steht.
- Abrufen: Der Hund kommt auf Kommando schnell und freudig zum Halter.
- Apportieren: Der Hund bringt Gegenstände wie Hölzer oder Metallapporte zurück.
- Boxensuche: Der Hund sucht und verweist ein bestimmtes Ziel (z. B. eine Markierung).
- Schnüffelaufgaben: Hier wird häufig ein Gegenstand mit dem Geruch des Halters identifiziert und zurückgebracht.
Obedience-Wettkämpfe werden in Klassen von Beginner bis Klasse 3 durchgeführt, wobei die Anforderungen an Präzision und Schwierigkeit steigen.
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Für welche Hunde ist Obedience geeignet?
Grundsätzlich ist Obedience für alle Hunde geeignet, die Freude an geistiger Arbeit haben und eine enge Bindung zu ihrem Menschen aufbauen möchten. „Das Schöne am Obedience ist ja, dass es körperlich keine Anstrengung gibt“, sagt Hundetrainerin Lara Köster, „die eine oder andere Rasse bietet sich durch ihre Arbeitsbereitschaft aber noch mal mehr an.“
Besonders geeignet sind:
- Arbeitsfreudige Rassen: Border Collies, Australian Shepherds oder Schäferhunde sind oft begeistert bei der Sache.
- Intelligente und lernfreudige Hunde: Pudel oder Retriever-Rassen eignen sich hervorragend für Obedience-Training.
- Hunde, die Beschäftigung suchen: Auch Mischlinge oder ältere Hunde können durch Obedience eine sinnvolle Auslastung finden.
Wo übe ich Obedience mit meinem Hund?
Obedience-Training wird häufig in Hundeschulen oder Hundesportvereinen angeboten. Hier finden Sie professionelle Trainer, die Ihnen die Grundlagen beibringen und beim Aufbau von Übungen unterstützen.
Theoretisch lässt sich Obedience auch allein zu Hause üben. Für das Üben zu Hause reicht ein ruhiger Ort, wie der Garten oder ein ablenkungsarmer Park. Wichtig ist, die Trainingseinheiten abwechslungsreich und nicht zu lang zu gestalten, um den Hund nicht zu überfordern. Wer allein trainieren möchte, findet auf YouTube eine Auswahl an Videos. Hier gibt es allerdings einen kleinen Haken, wie Lara Köster sagt: „Wenn man eine Prüfung ablegen will, muss man Mitglied im Hundesportverein sein und zum offiziellen Training gehen.“
Kann man Obedience auch allein trainieren und was bringt das?
„Eine Alternative zu Obedience ist Rally Obedience“, sagt Lara Köster. Bei dieser Variante des Obedience steht der Spaß im Vordergrund und es darf auch mit Leckerlies gearbeitet werden. „Rally Obedience ist entspannter“, sagt Lara Köster, „da kann jeder mitmachen.“
Falls Obedience nicht das Richtige für Sie oder Ihren Hund ist, gibt es viele andere Möglichkeiten, Ihren Vierbeiner geistig und körperlich auszulasten:
- Agility: Eine sportliche Alternative, bei der der Hund Hindernisparcours durchläuft.
- Nasenarbeit: Fördert den natürlichen Suchtrieb des Hundes und kann auch für weniger agile Hunde geeignet sein.
- Dog Dancing: Kreative Bewegungskombinationen, die Spaß machen und die Bindung stärken.
- Mantrailing: Das Verfolgen einer menschlichen Geruchsspur – ideal für Hunde mit ausgeprägtem Spürsinn.

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Fazit
Obedience ist eine Hundesportart, die perfekt für alle Vierbeiner geeignet ist, die Freude am Lernen haben und geistig gefordert werden möchten. Durch das Training bauen Hunde eine enge Bindung zu ihrem Menschen auf, sodass Mensch und Hund ein noch besseres Team werden. Obedience bietet eine hervorragende Möglichkeit, die geistigen Fähigkeiten des Hundes zu fördern und gleichzeitig die Mensch-Hund-Beziehung zu stärken. Dabei spielt die Hunderasse eine eher untergeordnete Rolle. Der Sport lässt sich mit einem aktiven Border Collie, einem aufgeweckten Mischling oder einem erfahrenen Seniorhund trainieren – Hauptsache, Sie sind geduldig und überfordern Ihren Hund nicht. Sollte Obedience nicht das Richtige sein, gibt es zahlreiche Alternativen, die Ihnen und Ihrem Hund neue Möglichkeiten zur gemeinsamen Beschäftigung eröffnen.