
7. Februar 2025, 10:29 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Der 14. Februar gilt seit vielen Jahren als Tag der Liebenden und wird fast überall auf der Welt als Valentinstag gefeiert. Dabei werden neben süßen Liebesschwüren, öffentlicher Zuneigung und kleinen Geschenken leider oft auch lebende Hundewelpen verschenkt. Eine Entwicklung, die die Tierschutzorganisation Peta und Jochen Bendel kritisch sehen.
Immer wieder sieht man in den sozialen Netzwerken Videoclips – meist von Influencern – die ihre Partnerin zum Valentinstag mit einem süßen Hundewelpen überraschen. Die Rührung und Freude der Beschenkten ist nicht zu übersehen. Eine Entwicklung, die TV-Moderator Jochen Bendel und die Tierschutzorganisation Peta nicht gutheißen. „Es gibt tausendmal bessere Wege, um jemanden am Valentinstag seine Liebe zu zeigen. Gefühle sind toll, aber Gefühle sind auch vergänglich“, erklärt Jochen Bendel im Gespräch mit PETBOOK.
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Jochen Bendel: „Entscheidet euch für eine Adoption, anstatt zu kaufen“
„Am Ende steht da ein Tier, das ein ganzes Leben lang Aufmerksamkeit und Liebe braucht. Da gehen Pflichten mit einher und man muss ein verlässlicher Partner sein.“ Sich einfach nur vom Überschwang leiten zu lassen, und ein ganz besonderes Geschenk machen zu wollen, sei als Liebesbeweis nicht der richtige Weg. „Ganz im Gegenteil“, mahnt der Moderator. „Das ist sogar extrem egoistisch. Man denkt dabei gar nicht an die Gefühle des Tieres.“ Grundsätzlich sollten Tiere nicht einfach so verschenkt werden. Da es sich um fühlende Lebewesen handelt, sollte man sich vor der Anschaffung gut überlegen, ob man einem Tier gerecht werden kann.
Wer sich diese Verantwortung zutraut, sollte den Hund nicht beim Züchter kaufen, sondern aus dem Tierschutz adoptieren, fordert Jochen Bendel. „Am Valentinstag sollten wir unsere Liebe auch mit Tieren teilen. Und genau das tun Menschen, die sich für einen Hund aus dem Tierheim entscheiden. Bitte geht nicht zum Züchter, denn die Tierheime sind voll und die Tiere dort brauchen unsere Unterstützung. Habt ein großes Herz – und entscheidet euch für eine Adoption statt zu kaufen“.
Denn seit Jahren sind die Tierheime in ganz Deutschland überfüllt und die Tiere dort warten dringend auf ein neues, liebevolles Zuhause. „Gleichzeitig ‚produziert‘ die Zuchtindustrie täglich viele neue Tiere und nimmt dabei in Kauf, dass sie leiden und sterben“, erklärt Peta auf seiner Seite. Besonders kritisch sei die Situation nach den Feiertagen. Denn viele Hunde würden unüberlegt als Geschenk gekauft, was die Nachfrage nach Tieren aus tierschutzwidriger Haltung und aus dem Welpenhandel erhöhe.1

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„So wie unser Snoopy, den wir nie wieder missen wollen“
Ein beträchtlicher Teil der verschenkten Hunde landet laut Peta kurze Zeit später im Tierheim. „Dieser Wechsel ist für die oft jungen Tiere mit Stress und Leid verbunden. Gleichzeitig sinkt für unzählige Vierbeiner in den Tierheimen durch den Kauf eines Hundes die Chance auf ein liebevolles Zuhause in einer neuen Familie.“ Ein Phänomen, das Hundetrainer und TV-Star Jochen Bendel bestätigen kann. Er selbst engagiert sich seit Jahren für den Tierschutz und hat daher schon viel gesehen. Weil auch er etwas ändern will, hat er sich selbst für einen Hund aus dem Tierschutz entschieden, wie er im Gespräch mit „Bild der Frau“ verrät.
„Durch meine Arbeit als Hundetrainer und in meinen TV-Sendungen bin ich regelmäßig mit besonderen Tierschicksalen konfrontiert. Aktuell schlagen viele Tierheime wieder Alarm, sie platzen aus allen Nähten. Daher ist es so wichtig, Aufmerksamkeit für verantwortungsvolle Tieradoption zu schaffen.“ Und weiter: „Dazu gehört auch, dass wir mit unserer Adoptionsgeschichte ehrlich beschreiben, wie dieser Weg aussehen kann. Es gibt so viele Fellnasen in unseren Tierheimen, die eine zweite Chance verdient haben, so wie unser Snoopy, den wir nie wieder missen wollen.“2