
1. Januar 2025, 15:36 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Menschen, die sich für einen Hund entschieden haben und regelmäßig Gassi gehen, stellen sich diese Frage wahrscheinlich nicht. Für sie heißt es einfach: Raus gehen mit dem Hund, egal bei welchem Wind und Wetter. Ob sie jetzt in die „Gasse“ oder „Gosse“ müssen, spielt dabei keine Rolle. Wenn Sie aber wissen wollen, woher der Begriff „Gassi gehen“ stammt – PETBOOK hat nachgeforscht.
Zweifellos ist der Gassigang für den Hund unerlässlich. In erster Linie ist es ein Toilettengang, bei dem das Tier Darm und Blase entleeren kann. Aber natürlich geht es auch darum, dass der Hund mit seiner feinen Nase spannende Gerüche erschnüffelt, dabei seine Umwelt erkundet und sich mit anderen Hunden sozialisiert. Es gibt verschiedene Theorien, woher der Begriff „Gassi“ kommt.
Übersicht
Woher stammt der Begriff Gassi gehen?
Betrachtet man die Etymologie, also die Lehre von der Herkunft und Geschichte der Wörter, findet man ein paar Hinweise. Das Substantiv „Gassi“ gibt es nur im Singular und ohne Artikel. Es lässt sich am wahrscheinlichsten von dem süddeutschen (bairischen) Begriff für eine kleine gepflasterte Straße einer europäischen Altstadt, ableiten: die Gasse.1 „Gassi“ ist also vermutlich ein mundartlicher Ausdruck für die Gasse. Diese Gasse war eine kleine Straße zwischen den Häusern, neben den belebten Hauptstraßen.2
Im Mittelalter hieß es beim Gassigehen: ab in die „Gosse“!
Eine andere Theorie geht davon aus, dass der Begriff aus dem Mittelalter stammt, also aus einer Zeit, in der es noch keine Kanalisation gab. Die Wege hatten lediglich in der Mitte eine Rinne, in die das Spül- und Waschwasser, aber auch die Fäkalieneimer geschüttet wurden. Diese Rinne wurde „Gosse“ genannt. Wahrscheinlich führte man auch die Hunde dorthin, damit sie ihr Geschäft verrichten konnten. So hat sich der Begriff im Laufe der Zeit herausgebildet.3
War Gassi gehen eine Aktivität unter Studenten?
Einige Studenten gehen gerne nachts auf „Sauftour“ durch verschiedene Kneipen. Diese Zusammenkunft von Studenten wird mit dem lateinischen Ausdruck „Gassatine“ beschrieben. Eine andere Theorie besagt, dass „Gassi“ die Kurzform des Ausdrucks sein könnte. Da sich „Gassatine“ wiederum vom lateinischen „grassari“ ableitet, was so viel bedeutet wie „umherziehen“, ist diese Herleitung durchaus plausibel.
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Gassi gehen ist Teil der artgerechten Hundehaltung
Unabhängig davon, woher der Begriff „Gassi gehen“ tatsächlich kommt und welchen Ursprung er wirklich hat: Gassi gehen ist viel mehr als nur ein kurzer Auslauf für den Hund. Das Tier soll sich aktiv an der frischen Luft bewegen und seinen Bedürfnissen nachgehen können.
Seit dem Jahr 2022 gibt es in der Tierschutz-Hundeverordnung eine klare Regel: Das neue „Gassi-Gesetz“ sieht vor, dass Hunde ausreichend Auslauf im Freien, auch außerhalb des Zwingers bekommen müssen. Ein ausgewachsener Hund muss demnach mindestens zweimal täglich einen Auslauf von einer Stunde (eher mehr) bekommen. Mehr Auslauf ist natürlich wünschenswert, vor allem, wenn es sich um einen jungen und gesunden Hund handelt.