
9. Mai 2024, 8:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn die Katze auffällig oft versucht Wasser zu lassen – ohne Erfolg – steckt häufig eine Blasenentzündung dahinter. Eine unangenehme Angelegenheit für den Vierbeiner. Ein Besuch beim Tierarzt ist jetzt unbedingt nötig, um die Erkrankung zu behandeln.
Eine Blasenentzündung auch Zystitis genannt ist nicht nur unangenehm für die Katze, sondern kann unbehandelt auch gefährlich für sie werden. Oft sind neben der Blase auch die Harnwege betroffen, weshalb man auch von einer Harnwegsinfektion spricht. Um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und schnell handeln zu können, sollte man als Katzenhalter auf bestimmte Symptome des Tieres achten. PETBOOK klärt über Ursachen und Symptome auf.
Wie entsteht eine Blasenentzündung bei der Katze?
Die Ursachen für eine Blasenentzündung bei der Katze können vielfältig sein.
- Flüssigkeitsmangel
- Nebenwirkungen von Medikamenten: Nimmt Ihre Katze beispielsweise immunsupprimierende Medikamente ein, können diese die Abwehrmechanismen der Blase stören und die Wahrscheinlichkeit, dass bakterielle Infektionen wie eine Blasenentzündung auftreten, erhöht sich
- Falsche Ernährung: Falsche Futterzusammensetzung und zu viel oder wenig Futter
- Übergewicht und mangelnde Bewegung: Besonders übergewichtige und kastrierte Katzen, die sich zu wenig bewegen, neigen zu Blasenentzündungen
- Erkrankungen wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenüberfunktion
- Tumore der Blase
- Harnsteine oder Harnkristalle: Anders als beim Menschen sind bei Katzen seltener Bakterien die Auslöser einer Blasenentzündung. Häufig handelt es sich um Harnsteine. Diese werden durch einen veränderten pH-Wert des Urins gebildet. Ursache dafür kann die Verabreichung von Trockenfutter sein, das einen besonders hohen Magnesiumgehalt hat. Aber auch Flüssigkeits- und Bewegungsmangel und Übergewicht begünstigen die Bildung von Harnsteinen.
- Feline idiopathische Cystitis auch „Stresscystitis“ genannt, ist eine Harnblasenentzündung, die nicht durch Bakterien hervorgerufen wird. Der genaue Auslöser ist dabei häufig unbekannt. Häufig tritt sie nach einem für die Katze stressigen Ereignis auf oder durch generellen Stress im Alltag der Katze1
Symptome einer Blasenentzündung
Wenn die Katze diese Symptome aufweist, kann es sich um eine Blasenentzündung handeln:
- Vermehrte Klogänge
- Die Katze setzt nur kleine Mengen Urin ab
- Starkes Pressen während des Urinierens
- Miauen und Krümmen während des Toilettenganges: Häufig aufgrund von Schmerzen
- Unreinheit außerhalb des Katzenklos
- Häufiges Lecken der Genitalien
- Blut im Urin
- Strengerer Uringeruch
Sollten Sie einige dieser Symptome bei Ihrer Katze bemerken, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden. Eine unbehandelte Blasenentzündung kann für die Katze gefährlich werden.2
Arten der Blasenentzündung & Diagnose
Um die Blasenentzündung richtig zu behandeln, muss zunächst festgestellt werden, um welche Art der Entzündung es sich handelt. Man unterscheidet dabei zwischen folgenden Arten:
- Bakterielle Entzündung
- Idiopathische Blasenentzündung
- Durch Harnkristalle ausgelöste Blasenentzündung
- Tumore oder Polypen
Um die Art der Entzündung festzustellen, untersucht der Tierarzt die Katze ausgiebig. Dabei wird er auch nach dem Verhalten und den Lebensumständen der Katze fragen, um auffällige Symptome herauszufinden. Häufig wird eine Urinprobe entnommen und das Blut untersucht. Wenn es sich um eine bakterielle Entzündung handelt, kann diese so schnell festgestellt werden. Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen der Blase und des Harntrakts können helfen, herauszufinden, ob die Harnröhre der Katze durch einen Harnstein oder Kristall verstopft ist und dadurch die Entzündung entstanden ist. Auch nach Tumoren kann so gesucht werden.
Wenn der Tierarzt keine körperlichen Symptome feststellen kann, handelt es sich meist um die idiopathische Blasenentzündung (Feline idiopathische Cystitis).
Behandlungsmöglichkeiten für eine Katze mit Blasenentzündung
Je nachdem, was die Ursache für die Blasenentzündung ist, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Wenn es sich um eine durch Bakterien verursachte Entzündung handelt, werden meist Antibiotika verschrieben, die die Entzündung bekämpfen. Schmerzmittel können zusätzlich das entzündete Gewebe zum Abschwellen bringen, Schmerzen lindern und somit das Wohlbefinden der Katze verbessern. Auch Medikamente, die krampflösend wirken, können helfen, um den vermehrten Harndrang zu lindern.
Meistens führt die Behandlung innerhalb weniger Tage bereits zu einer Linderung der Beschwerden. Unterstützen kann man den Heilungsprozess, in dem man der Katze einen ruhigen und warmen Platz zum Ruhen einrichtet und genügend Trinkwasser bereitstellt.3
Wenn Harnsteine oder Kristalle die Ursache der Blasenentzündung sind, müssen diese meist operativ entfernt werden. Wie Sie Harnkristalle bei Katzen bemerken können und wie die genaue Behandlung aussehen kann, können Sie hier lesen.

Möglicher Faktor für Unsauberkeit Harnkristalle bei Katzen – Symptome, Ursachen, Behandlung

Unkontrolliertes Urinieren Symptome und Behandlung von Inkontinenz beim Hund

Von Arthrose bis Tumor Wie Sie Krankheiten an den Hundepfoten erkennen und vorbeugen
Kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?
Zwar lässt sich eine akute Blasenentzündung nicht so einfach vermeiden, dennoch können einige Vorkehrungen getroffen werden, um das Risiko zu lindern und allgemein die Gesundheit der Katze zu stärken. Auch die Bildung von Harnkristallen kann man durch die Maßnahmen reduzieren.
- Regelmäßige Bewegung der Katze: Besonders bewegungsträge Katzen sollte man täglich zur Bewegung animieren
- Gewichtskontrolle
- Regelmäßiges Trinken: Durch mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Orten verteilt, können Katzen, die wenig trinken, besser animiert werden, genügend Wasser aufzunehmen.
- Tägliches Reinigen des Katzenklos
- Spezielles Futter: Diätfutter mit niedrigem Magnesium und Phosphatgehalt kann die Bildung von Harnsteinen und Kristallen reduzieren.
- Stressreduzierung