
23. Juni 2024, 7:55 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn die Katze sich häufiger kratzt und schon kleine Wunden und Hautentzündungen aufweist, kann es sich um einen Flohbefall handeln. Was jetzt zu beachten ist und wie man die kleinen Parasiten wieder loswird, verrät PETBOOK.
Flöhe sind lästige Parasiten, die mit ihrem scharfen Mundwerkzeug die Haut ihrer Wirte durchdringen und somit Blut saugen. Folgen davon sind Juckreiz bis hin zur Blutarmut. Da sich die Flöhe rasend schnell verbreiten und von der Katze auch auf den Menschen übertragbar sind, ist eine effektive Flohbehandlung wichtig.
Übersicht
Symptome beim Flohbefall der Katze
Das deutlichste Kennzeichen für einen Flohbefall ist starker Juckreiz, weshalb sich die Katzen auffällig oft kratzen. Zudem putzen sie ihr Fell noch intensiver und knabbern auch an diesem. Durch das übermäßige Kratzen kommt es häufig zu kleinen Wunden und Verkrustungen auf der Haut. Oft sind die Tiere unruhig und leicht reizbar, weil sie der stetige Juckreiz belastet.
Bleibt der Flohbefall unbehandelt, wird das Fell der Katze im Laufe der Zeit glanzlos und struppig und kann kahle Stellen aufweisen.1
So erkennen Sie einen Flohbefall
Wenn man genau hinsieht, kann man bei einem Flohbefall Flokot in Form winziger schwarzer Punkte im Fell beobachten. Doch auch wenn keine Flöhe direkt erkennbar sind, kann ein Flohbefall vorliegen. Um diesen festzustellen, kann man sich einen Flohkamm zu Hilfe nehmen. Mit diesem kämmt man das Katzenfell und streift ihn anschließend auf einem Küchenpapier ab. Alternativ kann auch ein Blatt Papier genommen werden.
Erkennt man dann kleine schwarze Krümel, handelt es sich meist um Flokot. Um sicherzugehen, sollte man die Krümel zerdrücken oder das Papier etwas anfeuchten. Verfärben sich die Krümel rot oder rotbraun, ist das ein sicherer Hinweis auf Flokot, denn die Färbung stammt von unverdauten Blutresten.

Gesundheitliche Risiken durch Flöhe
Neben den Hautirritationen und Entzündungen, die durch einen Flohbefall entstehen, reagieren einige Tiere auch allergisch auf die Eiweißbestandteile im Speichel der Flöhe. Dies führt zu deutlich ausgeprägteren Symptomen und ist für die Katze mit Schmerzen und Stress verbunden. Häufig führt dies auch zu Haarausfall. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer Flohspeichelallergie oder einer Flohspeicheldermatitis. Ein sehr starker Flohbefall kann sogar zur Blutarmut führen. Davon sind bereits geschwächte oder junge Tiere häufiger betroffen.
Flöhe können aber auch andere Krankheitserreger übertragen und verschiedene Gesundheitsprobleme verursachen. So etwa den Gurkenkernbandwurm. Mit diesem kann die Katze sich anstecken, indem sie infizierte Flöhe etwa beim Putzen ihres Fells verschluckt. Eine Flohbehandlung ist daher wichtig, um die Gesundheit der Katze zu wahren.2
Vorkommen von Flöhen bei Katzen
Die häufigste Flohart in Deutschland sind die Katzenflöhe (Ctenocephalides felis). Besonders Freigänger haben ein hohes Risiko sich die Parasiten einzufangen. Meist kommt es dazu in den Sommermonaten und im Herbst, denn dort ist die Zahl der Katzenflöhe in der Natur am höchsten. Erst im Winter sterben die meisten Katzenflöhe durch die frostigen Temperaturen. In der Wohnung hingegen können die Parasiten aber das ganze Jahr über leben und sich stetig vermehren.
Flöhe bei der Katze behandeln
Wenn der Verdacht auf Flöhe erst einmal bestätigt ist, muss schnell gehandelt werden. Denn durch die rasante Vermehrung der Insekten wird das Problem mit jedem Tag größer. Daher sollte man bei der Behandlung keine Zeit verlieren.
Für die effektive Behandlung von Flöhen gibt es viele verschiedene Mittel. Meist wird eine Spot-on-Lösung auf eine Stelle im Fell der Katze geträufelt. Möglichst an einer Stelle, die die Katze nicht ablecken kann, wie etwa am Nacken. Von dort tötet das chemische Mittel die Flöhe im gesamten Fell nach und nach ab. Vorab kann man mechanisch mit einem Flohkamm das Fell von Flöhen, Eiern, Larven und Puppen befreien. Die Behandlung mit speziellen Flohshampoos ist ebenfalls möglich. Da aber viele Katzen nicht gerne mit Wasser in Berührung kommen, sollte diese Form nur angewandt werden, wenn die Katze Wasser toleriert.
Da die Insekten sich schnell übertragen, sollten auch andere Tiere, die im selben Haushalt leben, mitbehandelt werden – auch wenn sie noch keinen Flohbefall aufweisen. So kann verhindert werden, dass die Tiere sich gegenseitig erneut infizieren.
Um Flöhen vorzubeugen, empfehlen sich bestimmte Flohhalsbänder. Diese sind gerade bei Freigängern effektiv. Was man dabei aber beachten sollte, lesen Sie hier: Wann Katzen ein Flohhalsband brauchen
Die Umgebung nicht vergessen!
Wichtig ist auch die Plätze der Katze, an denen sie sich oft aufhält wie etwa ihre Schlaf- und Liegeplätze, mitzubehandeln. So kann vermieden werden, dass sich die Katze mit den dort lebenden Flöhen erneut infiziert. Tägliches Saugen und das Waschen von Textilien wie etwa Decken, Kissen und Bezüge des Katzenbettes bei mindestens 60 Grad ist effektiv, um die Flöhe zu entfernen. Nach dem Saugen sollte das Auffanggefäß des Staubsaugers oder der Staubsaugerbeutel direkt geleert beziehungsweise entsorgt werden, um eine erneute Verbreitung der Flöhe zu verhindern.
Für die Behandlung der Umgebung gibt es auch chemische Mittel. Diese sollten aber nur angewandt werden, wenn die Katze sich nicht mit im Raum befindet, da sie für das Tier giftig sein können. Hier bitte also sehr vorsichtig sein.3

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Wie lange dauert es, bis meine Katze wieder frei von Flöhen ist?
In den meisten Fällen dauert ein Flohzyklus zwischen zwei und vier Wochen. Allerdings können auch mehrere Monate später noch Flöhe aus Puppen schlüpfen. Ein Flohbefall kann daher langwierig sein. Um zu gewährleisten, dass die Katze vollkommen flohfrei wird, behandelt man sie und ihr Umfeld am besten mindestens drei Monate lang.