
31. März 2025, 16:55 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Besonders bei Hunden weiß man, dass eine nasse und kalte Nase etwas Gutes ist. Aber ist das bei Katzen auch so? Und kann man an der Nase der Tiere auch Krankheiten ablesen? PETBOOK gibt einen Überblick.
Im Gegensatz zum Hund, bei dem die Nase eine dominierende Rolle spielt, orientiert sich die Katze überwiegend an akustischen und visuellen Reizen. Doch auch ihr Geruchssinn ist hochentwickelt und für viele alltägliche Aufgaben entscheidend. Stimmt also etwas mit dem Riechorgan der Tiere nicht, kann dies Folgen für sie haben, aber auch einiges über ihren Gesundheitszustand aussagen.
Übersicht
Wozu Katzen ihre Nase nutzen
Im Vergleich zum Menschen sind Katzen olfaktorisch deutlich besser ausgestattet. Während der Mensch etwa fünf bis zwanzig Millionen Geruchszellen besitzt, verfügt die Katzennase über rund 65 Millionen. Hinzu kommen unzählige Rezeptoren, die es der Katze ermöglichen, selbst feinste Geruchsunterschiede zu erkennen. So sind sie in der Lage, bis zu 25 verschiedene Substanzen in einer Geruchsmischung zu unterscheiden – ein Mensch erkennt in der Regel nur vier bis fünf. 1
Katzen nutzen ihre Nase, um Gerüche von Artgenossen zu analysieren und Futterquellen zu orten – von den Zitzen der Mutterkatze bis hin zur geöffneten Dose in der Küche. Dieser Sinn hilft ihnen dabei, sich im eigenen Revier zu orientieren, Feinde rechtzeitig zu erkennen und Beute aufzuspüren. Auch das Markieren des Territoriums mit Urin oder Speichel ist Teil dieser olfaktorischen Kommunikation, bei der anderen Katzen signalisiert wird, dass das Gebiet bereits beansprucht ist.
Wie sieht die Nase einer gesunden Katze aus?
Die Nase einer Katze muss also gut funktionieren, damit sie sie bestmöglich nutzen kann. Ist die Nase verstopft, zu trocken oder verletzt, kann es sein, dass das Tier das Fressen einstellt, da sein Riechvermögen beeinträchtigt ist.
Daher ist eine gesunde Katzennase auch meistens leicht feucht, da sie sich gelegentlich darüber lecken oder spezielle Sekrete absondern. Diese Feuchtigkeit unterstützt ihren Geruchssinn, weil es ihnen erlaubt, feine Geruchspartikel schneller aufzunehmen und einzuordnen. Ist die Nase der Katze also moderat feucht, kühl und weich, spricht dies für eine gute Hygiene und Gesundheit des Tieres.
Trockene Nase – immer ein Krankheitszeichen?
Allerdings ist dies nur eine Seite der Medaille, denn auch gesunde Katzen können häufiger eine trockene Nase haben. Dies ist in vielen Fällen normal, kann aber auch ein Anzeichen für beginnende Erkrankungen sein. Es gibt zahlreiche harmlose Auslöser:
Umwelteinflüsse und natürliche Ursachen
Vor allem äußere Bedingungen können eine vorübergehende Trockenheit verursachen.
Katzen lieben es beispielsweise, in der Sonne zu dösen – sei es auf dem Balkon oder am sonnigen Fenster. Bei hohen Temperaturen trocknet die Nasenhaut dabei jedoch schnell aus.
Auch trockene Heizungsluft kann, besonders im Winter, zu einer trockenen Katzennase führen. Gerade dann, wenn die Tiere sich zum Schlafen auch gern auf die Heizung legen. Hier kommen trockene Luft und Wärme zusammen und können dazu führen, dass die Nase des Tieres zu trocken ist.
Allerdings handelt es sich hier um keinen andauernden Zustand, sondern um etwas, dass zwangsläufig geschieht, wenn das Tier schläft. Denn die Nase der Katze befeuchtet sich tatsächlich nicht von allein, die Tiere müssen dies aktiv selbst beim Putzen tun. Dabei kann man Katzen nach dem Dösen auch regelmäßig beobachten. Nimmt das Tier zudem noch ausreichend Wasser zu sich, ist gelegentliche Trockenheit der Nase nicht bedenklich.
Wenn Krankheiten die Ursache sind
In einigen Fällen kann eine trockene Nase jedoch auch ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung sein. Eine permanent trockene Nase könnte auf Probleme mit der Wasseraufnahme, aber auch auf organische Probleme mit Niere oder Blase hindeuten.
Auch, wenn sich die Beschaffenheit der Nasenhaut auffällig verändert – etwa durch Risse oder Schuppen – empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt. Denn dies könnten Anzeichen eines generellen Hautproblems sein. Aber auch andere Infektionen, wie Pilzbefall, ein Geschwür oder ein Ekzem können sich so äußern. In diesen Fällen würde sich die Katze zusätzlich auch im Bereich der Nase kratzen. 2
Eine laufende, nasse Nase ist ein Warnzeichen
Doch gesundheitliche Probleme bei der Katze müssen nicht immer nur mit einer trockenen Nase einhergehen. Auch eine nasse, laufende Nase spricht für eine Erkrankung. Niest die Katze und hat darüber hinaus Ausfluss – auch wenn er klar und durchsichtig ist – sollten Halter alarmiert sein. Denn dies kann für eine Infektion der oberen Atemwege, Katzenschnupfen, Erkältungen oder auch Allergien sprechen.
Alle Veränderungen des Nasensekrets sind bedenklich. Denn die Nase einer gesunden Katze ist lediglich feucht, nicht nass oder laufend. Verfärbt sich das Sekret gelblich oder weißlich, spricht die ebenfalls für eine Infektion mit Viren oder Bakterien. Hier kann auch der Geruch ausschlaggebend sein. Der Ausfluss kann aber auch blutig, schleimig oder klebrig sein – allesamt absolute Warnzeichen.
Gerade plötzliche Veränderungen an der Nase sowie zusätzliche Symptome sollten bei einem Tierarzt abgeklärt werden. Dazu zählen Appetitlosigkeit, Fieber oder Teilnahmslosigkeit. Fieber lässt sich bei einer Katze auch an einer warmen, roten Nase in Kombination mit einer erhöhten Temperatur am Kopf und unterem Rücken feststellen. 3

Feucht, trocken, rissig Was die Hundenase über die Gesundheit verrät

Tiergesundheit Warum die Nase von Hunden und Katzen oft feucht ist

Mehr als eine Erkältung Katzenschnupfen rechtzeitig erkennen und behandeln
Behandlung und Pflege
Je nachdem, ob die Katze eine zu trockene oder eine zu nasse Nase hat, gestaltet sich auch die tierärztliche Therapie. Bei einer rissigen oder trockenen Schleimhaut steht zunächst die Wundversorgung im Vordergrund. In Absprache mit dem Tierarzt kann man spröde Haut aber nach der Diagnose weiter zu Hause versorgen, zum Beispiel mit veganer Vaseline, parfumfreiem Lippenbalsam oder Kokos- und Olivenöl.
Es könnte aber auch sein, dass das Tier Antibiotika für eine bakterielle Entzündung nehmen muss, oder Antihistaminika bei einer Allergie. Zeigen sich bei dem Tier zusätzlich noch weitere Anzeichen einer Erkrankung der oberen Atemwege, können auch schleimlösende Medikamente indiziert sein.
Achtung: Verwenden Sie in jedem Fall nur vom Tierarzt verschriebene Produkte zur Inhalation oder Schleimlösung. Denn viele für Menschen gedachte Produkte enthalten ätherische Öle, die für Katzen gefährlich sind. Möchte man dem Tier durch die Atemwegserkrankung helfen, kann man auch die Nase „putzen“, so die Katze dies denn zulässt. Hierbei arbeitet man mit einem sauberen, fusselfreien und feuchten Tuch, um die verstopfen Nasenlöcher der Katze vorsichtig zu reinigen.