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Kein geschützter Begriff

Warum „Bio“ bei Katzenstreu nicht für Nachhaltigkeit steht

Eine kleine Katze sitzt auf ihrem Katzenklo
Im Laufes eines Katzenlebens kommen schon so einige Kilogramm schmutzige Katzenstreu zusammen. Aber die Ökobilanz lässt sich mit einem „Bio“-Zertifikat leider nicht verbessern. Foto: Getty Images
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PETBOOK Redaktion

7. Juni 2024, 11:41 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Katzenhaltung produziert nicht nur eine Menge Verpackungsmüll, sondern auch Abfälle, die beim täglichen Toilettengang der Tiere entstehen. Viele Halter setzen daher für ein besseres Gewissen auf biologische Streu – und ändern damit eigentlich gar nichts.

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Wohnungskatzen verbrauchen jede Menge Streu im Laufe ihres Lebens. Dessen sind sich viele Besitzer bewusst und versuchen, nachhaltigere Alternativen für die Katzenhygiene zu wählen. Viele der Hersteller werben mit dem Qualitätsprädikat „Bio“ auf ihrer Katzenstreu – doch das Prädikat ist hier nichts wert. Wer wirklich nachhaltig kaufen will, sollte auf etwas anderes achten.

„Bio“ heißt bei Katzenstreu nichts

Die meisten in Deutsch­land verkauften Katzenstreu bestehen aus mineralischen Rohstoffen, meist aus Bentonit. Hierbei handelt es sich um ein Gestein aus verschiedenen Tonmineralien. Das daraus hergestellte Streu bindet den Urin in Klumpen und ist damit besonders saugfähig. Ideal eigentlich. Doch durch mineralische Katzenstreu werden allein in Deutschland jedes Jahr 630.000 Tonnen Müll produziert (PETBOOK berichtete).

Nicht nur deswegen haben Bentonit und Co. eine schlechte Klimabilanz. Denn sie können nicht recycelt werden. Stattdessen landen sie in der Müllverbrennungsanlage. Beim Verbrennen wird viel CO₂ freigesetzt und eine Art Schlacke entsteht, mit der sich am Ende nichts mehr anfangen lässt und die auf Deponien lagert.

Naturprodukte zwar biologisch, aber noch lange nicht umweltfreundlich

Produkte aus Tonmineralien tragen zwar häufig die Vorsilbe „Bio“ im Namen oder sind als „100 Prozent Naturprodukt“ deklariert. Doch Vorsicht: Das Prädikat „Bio“ ist bei Katzenstreu nicht geschützt, so Karen Richterich vom Verbraucher-Magazin „Ökotest“. 

Ton ist zwar ein Naturprodukt, der Abbau und die Verarbeitung sind jedoch energieintensiv. Häufig stammen die Produkte von weit her, zum Beispiel aus Kanada. Zudem entsteht bei der Entsorgung von Bentonit in der Müllverbrennung Schlacke, die auf eine Deponie muss.

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Alternativen zu herkömmlichen Katzenstreu

Doch es gibt eine nachhaltigere Alternative: „Ökotest“ empfiehlt Katzenstreu aus Pflanzenfasern. Auch Streu aus Holzpellets ist im Handel erhältlich. 

Ihr Vorteil mit Blick auf die Nachhaltigkeit: Für die Herstellung von Streu aus Holz- oder Pflanzenfasern wird im Vergleich zu Bentonit weniger fossile Energie verbraucht. Häufig handelt es sich dabei um getrocknete und gepresste Holzpellets oder Reste aus der Getreideproduktion. Sie verbrennen in der Müllverbrennung vollständig. 

Ein kleines Opfer müssen Katzenhalter für die Umwelt allerdings bringen: Die Öko-Streu-Produkte sind weniger saugstark.

Mit Material der dpa

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