
20. April 2024, 8:38 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Mit der Adoption einer Tierheimkatze bietet man einem Tier, das bereits einiges erlebt hat, eine zweite Chance. Um die Eingewöhnung Ihres neuen Mitbewohners so angenehm wie möglich zu gestalten, gibt es einiges zu beachten.
Wenn der Moment gekommen ist und die langersehnte Katze einzieht, ist die Vorfreude und Aufregung oft groß. Doch auch die Katze ist aufgeregt. Schließlich kommt sie in ein für sie unbekanntes Terrain ein und auch zu Ihnen hat sie noch keine Bindung aufgebaut. Wie man die Katze beim Eingewöhnen in ein neues Zuhause unterstützen kann und es so angenehm und stressfrei wie möglich für sie macht, verrät PETBOOK.
Was im Vorfeld zu beachten ist
Bevor es so weit ist und die Katze bei Ihnen einziehen kann, gibt es noch einiges zu beachten. Stellen Sie sicher, dass Sie die Grundausrüstung parat haben. Dazu gehören mindestens ein Katzenklo, Katzenstreu, Futternäpfe und Futter, Kratzbaum, Katzenspielzeug sowie Rückzugsmöglichkeiten.
Für den Transport nach Hause und für Tierarztbesuche benötigen Sie eine geeignete Transportbox. Die Wohnung sollte außerdem katzensicher gemacht werden. Dazu gehört im Fall eines Balkons die Anbringung eines Katzennetzes. Auch empfiehlt sich die Sicherung von Fenstern. Gerade Fenster mit Kippfunktion können zu gefährlichen Fallen für Wohnungskatzen werden.
Die Fahrt nach Hause
Die Katze sollte mit einer geeigneten Transportbox abgeholt werden. Kleiden Sie die Box mit einer gemütlichen Decke aus und nehmen Sie Leckerlis mit. Manchmal gibt einem das Tierheim auch eine Decke mit. Der vertraute Geruch hilft der Katze, sich zu beruhigen und kann den Start ins neue Zuhause erleichtern.
Wenn Sie die Katze mit dem Auto abholen, stellen Sie sicher, dass Sie die Transportbox gut anschnallen. Im Idealfall sorgen Sie dafür, dass eine Person auf der Rückbank neben ihr sitzen kann. So fühlt sie sich in dieser neuen Situation nicht allein.
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Ankunft im neuen Zuhause
Im neuen Zuhause angekommen, sollten Sie Ihrem neuen Mitbewohner zunächst einen Raum zur Verfügung stellen, indem er alles hat, was er benötigt: Katzentoilette, Futter und Wasser und vor allem Rückzugsmöglichkeiten. Hier kann die Katze sich nun in Ruhe eingewöhnen, ohne direkt von zu vielen Reizen in der Wohnung überfordert zu sein.
Lassen Sie der Katze Zeit, ihre Umgebung zu erkunden. Sie gibt hier das Tempo vor. Auch wenn die Aufregung und Euphorie noch so groß sein mag, geben sie dem Tier genügend Raum. Sobald Sie merken, dass die Katze auftaut und Anstalten macht auch andere Räume erkunden zu wollen, geben Sie ihr Zugang zum Rest der Wohnung.1

Die Katze gibt das Tempo vor
Auch jetzt gilt: Geben Sie dem Tier Zeit und erwarten Sie nicht direkt zu viel. Für die Katze ist alles neu. Sie benötigt Zeit, sich an ihr neues Zuhause und besonders auch an Sie zu gewöhnen. Eine anfängliche Zurückhaltung sollte man daher keinesfalls persönlich nehmen. Seien Sie nicht direkt enttäuscht, wenn die Eingewöhnung etwas länger dauert. Nicht jede Katze ist von Natur aus aufgeschlossen. Einige brauchen mehr Zeit als andere. Wenn die Katze so weit ist, wird sie es Sie wissen lassen und auf Sie zukommen.
Wichtig ist es auch, für ein ruhiges Umfeld zu sorgen, damit die Katze sich nach und nach eingewöhnen kann. Zunächst sind die vielen Geräusche in der neuen Umgebung fremd. Um das Tier nicht zu überfordern, sollte man in der ersten Zeit am besten auf Besuch verzichten. Besonders Katzen, die aus dem Ausland stammen, sind die alltägliche Geräuschkulisse nicht gewohnt und reagieren häufig mit Stress.2
Viel Geduld und Zeit mitbringen
Vergessen Sie nicht, dass mit einer Tierheimkatze ein Tier einzieht, das möglicherweise schon einiges erlebt hat. Je nach Vorgeschichte kann es sein, dass die Katze schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat oder noch unter dem Verlust ihres alten Zuhauses leidet. Auch die Zeit im Tierheim und das Zusammenleben mit anderen Katzen kann sie geprägt haben. Katzen sind außerdem Gewohnheitstiere. Daher fällt es ihnen oft schwer, sich schnell an neue Umgebungen und Alltagsabläufe zu gewöhnen. Gerade etwas ältere Katzen benötigen häufig mehr Zeit für die Eingewöhnung als junge Katzen. Feste Routinen und eingeführte Rituale direkt zu Beginn können der Katze ein Gefühl von Sicherheit geben und das Eingewöhnen erleichtern.3

Zweite Chance Was man beachten sollte, wenn man eine Katze aus dem Tierheim adoptiert

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Vertrauen gewinnen und Beziehung aufbauen
Auch wenn die Katze sich zu Beginn noch sehr scheu und schüchtern verhält, sollten Sie ihr dennoch – mit dem nötigen Abstand – Aufmerksamkeit schenken. Seien Sie während der Eingewöhnungsphase präsent, ohne sich aufzudrängen. Ängstlichen Katzen kann es schon helfen, wenn man sich zu ihnen ins Zimmer setzt und dort einige Zeit ruhig verbringt. Lesen Sie beispielsweise ein Buch oder sprechen Sie ruhig mit der Katze. So gewöhnt Sie sich an Ihre Präsenz und Ihre Stimme und merkt schnell, dass von Ihnen keine Gefahr ausgeht.
Gemeinsames Spielen in der Anfangszeit kann außerdem helfen, eine Beziehung zur Katze aufzubauen. Versuchen Sie es zu Beginn mit einer Spielangel. Durch ihre Länge wird noch eine gewisse Distanz gewahrt, die gerade am Anfang für die Katze noch wichtig sein kann. Durch das Spielen werden die natürlichen Jagdinstinkte der Katze geweckt. Wenn die Katze sich auf das Spiel konzentriert, kann es sein, dass ihre Angst oder in den Hintergrund rückt.
