
24. Oktober 2023, 15:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Katzen zeigen uns ihre Zuneigung auf verschiedene Weise: Sie schnurren, reiben sich an uns, bearbeiten Haut und Haar mit ihrer Zunge und manche knibbeln sogar zärtlich an ihren Lieblingsmenschen. Warum Katzen diese sogenannten Liebesbisse verteilen und wie man sich als Besitzer richtig verhält, erklärt PETBOOK-Redakteurin und Expertin für Katzenverhalten Saskia Schneider.
Katzen bauen zu ihren Menschen oft eine enge Bindung auf. Diese Verbundenheit zeigen sie durch körperliche Zuneigung. Die meisten schnurren, treteln oder geben „Köpfchen“. Manche Katzen beißen beim Schmusen sogar zärtlich in die Hand oder auch die Wangen ihrer Menschen. Was es mit den sogenannten Liebesbissen bei Katzen auf sich hat und wie man am besten damit umgeht, erfahren Sie in Folgendem.
Was sind Liebesbisse?
Als Liebesbisse bezeichnet man das zärtliche Knibbeln einer Katze an Armen, Beinen oder auch dem Gesicht ihrer Lieblingsmenschen. Dabei sind die Tiere häufig sehr vorsichtig und verletzen selten die Haut. Typischerweise zeigen Katzen diese besondere Form der Zuneigung während intensiver Schmuseeinheiten.
Leicht zu verwechseln, aber etwas völlig anderes steckt dahinter, wenn Katzen beim Streicheln plötzlich zubeißen. Dies kann zwar auch recht vorsichtig erfolgen, hat aber einen anderen Hintergrund. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel 3 Gründe, warum die Katze beim Streicheln manchmal beißt.
Wie erkennt man einen Liebesbiss?
Ob es sich um echte Liebesbisse handelt, kann man am besten am Verhalten der Katze erkennen, welches das Tier kurz vor und nach dem Liebesbiss zeigt. Beißt eine Katze aus Zuneigung, findet dies meist unter lautem Schnurren statt und es wird danach sofort weiter geschmust.
Möchte die Katze mit ihrem Biss dagegen signalisieren, dass sie nicht mehr gestreichelt werden möchte, gehen dem Biss meist noch andere Körpersignale voraus wie Schwanzschlagen, Zucken der Ohren oder direktes Anstarren. Diese signalisieren bereits, dass die Stimmung kippt. Bemerken wir als Menschen diese Signale nicht, wird die Katze eben deutlicher und setzt auch die Zähne ein. Nach dem Biss beenden viele Katzen die Interaktion und schmusen nicht mehr weiter.
Warum beißen Katzen beim Kuscheln?
Bisher gibt es kaum Untersuchungen zu den Liebesbissen der Katze. So gibt es verschiedene Vermutungen, woher das Verhalten stammen könnte. Eine Theorie ist, dass die Liebesbisse aus dem Putzverhalten heraus entstehen. Katzen, die eine enge Bindung haben, putzen einander. Dabei wird das Fell nicht nur mit der Zunge „gekämmt“, sondern auch mit den Schneidezähnen bearbeitet. Manche Stellen werden auch regelrecht beknabbert.
Eine andere Theorie besagt, dass die Katze durch das Streicheln und Schmusen stark stimuliert wird und so eine Überreizung stattfindet, die zu den Liebesbissen führt. Nicht immer wollen die Katzen damit signalisieren, dass sie nicht mehr gestreichelt werden wollen. Vielmehr können sie einfach gar nicht anders, als die Überstimulation so abzubauen.
Es kann aber auch durchaus sein, dass die Katze die Bisse ganz bewusst setzt, um ihre Zärtlichkeit zu zeigen. Untereinander zeigen Katzen dieses Verhalten allerdings kaum – abgesehen von dem Beknabbern beim gegenseitigen Putzen.
Wie verhalte ich mich als Besitzer, wenn meine Katze beim Schmusen beißt?
Hier ist es als Erstes wichtig, sein Tier ganz genau zu beobachten und zunächst den Grund für das Beißen herauszufinden. Handelt es sich wirklich um Liebesbisse oder hat man als Besitzer die Hinweise seiner Katze nicht erkannt, mit denen das Tier signalisiert, dass es nicht mehr gestreichelt werden möchte? In diesem Fall sollte man das Streicheln einstellen.
Kommen die Bisse beim intensiven Schmuse, sind sehr zärtlich, vom lauten Schnurren begleitet und die Katze schmust danach intensiv weiter, handelt es sich wahrscheinlich um eine Bekundung tiefer Zuneigung.
Bei beiden Fällen gilt: Niemals deswegen mit der Katze schimpfen oder sie gar zu bestrafen – selbst wenn die Liebesbisse auch mal schmerzhaft sein können. Das könnte der Bindung und dem Vertrauen zwischen Ihnen und dem Tier schaden. Stellen Sie lieber das Streicheln ein oder machen Sie kleine Pausen. So ist die Gefahr kleiner, dass die Katze beim Schmusen überreizt.
Lernen Sie zudem, die Körpersprache Ihrer Katze zu lesen. So können Sie früh genug erkennen, wenn das Tier genug von Streicheleinheiten hat oder, in welchem Moment die Katze zu einem Liebesbiss ansetzt.

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Quellen
- Petmd.com, „Cat Love Bites: What Do They Mean?“ (aufgerufen am 24.10.2023)
- Catster.com, „Cat Love Bites — What Do They Mean and Why Do They Happen?“ (aufgerufen am 24.10.2023)
- Thevets.com, „Gentle Cat Love Bites: What Do They Mean? Feline Behavior Explained“ (aufgerufen am 24.10.2023)
Meine Erfahrungen mit Liebesbissen
„Meine erste Erfahrung mit Liebesbissen bei Kazten hatte ich mit einer unserer ersten Familienkatzen. Diese war so vehement beim Schmusen, dass ihr ‚Köpfchen geben‘ mehr einer Kopfnuss gleichkam. So waren auch ihre Liebesbisse recht unangenehm, die sie uns vorwiegend auf die Wange gab. Trotzdem liebten wir sie dafür und fühlten uns als Kinder immer sehr geehrt, wenn wir von ihr gezwickt wurden.“– Saskia Schneider, Leitende Redakteurin PETBOOK