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Seltsames Verhalten

Warum starren Katzen die Wand an?

Katze starrt Wand an
Fast jeder Katzenhalter kennt den Moment, wenn die Katze scheinbar grundlos die Wand anstarrt. Foto: GettyImages/C Falls
Porträtbild Mareike Schmidt
Werkstudentin

28. Januar 2025, 11:41 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wieso ihre Katze scheinbar ohne Grund die Wand anstarrt? Was könnte sie dort sehen, was wir nicht sehen? PETBOOK nennt mögliche Gründe.

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Das Verhalten unserer Katzen gibt uns oft Rätsel auf. Eine dieser mysteriösen Verhaltensweisen ist das scheinbar ziellose Anstarren von Wänden. Dieses Verhalten mag auf den ersten Blick seltsam wirken, aber es gibt verschiedene plausible Erklärungen dafür, warum Katzen manchmal minutenlang regungslos eine Wand anstarren.

1. Scharfe Sinne

Katzen haben eine beeindruckende Wahrnehmung. Ihre Augen können auch kleinste Bewegungen oder Lichtreflexe erkennen, die für uns unsichtbar sind. Es könnte sein, dass die Katze einen winzigen Spinnfaden oder einen Staubpartikel im Licht wahrnimmt, der an der Wand entlang tanzt. Auch sind Katzen extrem auf Bewegungen fixiert. Lichtreflexe oder wandernde Schatten, die durch Fenster oder Lampen entstehen, können ihre Aufmerksamkeit erregen. Diese scheinbar unsichtbaren Phänomene lenken die Katze ab und verleiten sie zum Starren.

Die Ohren einer Katze sind ebenfalls äußerst empfindlich. Vielleicht hört sie ein Geräusch, das aus der Wand kommt, wie das Summen einer Leitung oder das Kratzen eines kleinen Insekts. Auch entfernte Geräusche, die wir nicht bemerken, können die Aufmerksamkeit von Katzen auf die Wand lenken und dazu führen, dass sie diese anstarren.

2. Träumerei

Katzen sind dafür bekannt, dass sie manchmal einfach in Gedanken versinken. Sie können still vor sich hinträumen oder ihre Umgebung analysieren. Das Anstarren einer Wand könnte ein Moment der Ruhe und Konzentration der Katze sein. Vielleicht überlegt Ihre Katze, wie sie auf das Regal über der Wand springen kann, oder sie plant ihren nächsten Spielzug.

3. Energie oder elektromagnetische Felder

Einige Tierhalter sind überzeugt, dass Katzen besonders empfindlich für elektromagnetische Felder oder Energie in ihrer Umgebung sind. Es könnte sein, dass sie an der Wand eine Stelle spüren, die sich für sie „anders“ anfühlt. Wissenschaftlich ist diese Theorie nicht belegt, doch sie wird von Katzenfreunden immer wieder erwähnt.

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4. Gesundheitliche Ursachen

Das Anstarren von Wänden ist bei Katzen oft harmlos. Doch in einigen Fällen könnte dieses Verhalten auf gesundheitliche Probleme hindeuten. Wenn Ihre Katze regelmäßig und auffällig lange eine Wand fixiert oder dabei unruhig, verwirrt oder apathisch wirkt, ist Vorsicht geboten. Hier sind einige mögliche gesundheitliche Ursachen, die in Betracht gezogen werden sollten:

Neurologische Störungen

Erkrankungen des Nervensystems können dazu führen, dass Katzen Dinge wahrnehmen, die nicht existieren, oder ungewöhnliches Verhalten zeigen:

  • Felines Hyperästhesie Syndrom (FHS): Dieses seltene neurologische Syndrom führt dazu, dass Katzen extrem empfindlich auf Berührungen und Reize reagieren. Sie können scheinbar unsichtbare Bewegungen oder Geräusche wahrnehmen, die sie in Panik versetzen oder dazu bringen, starr an die Wand zu blicken. Begleiterscheinungen sind oft Muskelzuckungen, übermäßiges Putzen oder plötzliches Weglaufen.1
  • Anfälle oder Epilepsie: In einigen Fällen kann das Anstarren von Wänden ein Zeichen für einen fokalen Anfall sein. Dabei bleibt die Katze zwar bei Bewusstsein, zeigt aber stereotype Verhaltensweisen wie das Fixieren eines Punktes, unwillkürliche Bewegungen oder Zittern.

Auch interessant: Was über das unheilbare Rolling-Skin-Syndrom bei Katzen bekannt ist

Demenz oder kognitive Störungen

Ältere Katzen können an einer Form von Demenz leiden, die auch als kognitive Dysfunktion bezeichnet wird. Diese Erkrankung ähnelt der Alzheimer-Krankheit bei Menschen und kann dazu führen, dass Katzen desorientiert wirken oder scheinbar ziellos Dinge anstarren. Weitere Anzeichen sind:

  • Verwirrung, insbesondere nachts
  • Lautes Miauen ohne erkennbaren Grund
  • Schwierigkeiten, gewohnte Orte wie das Katzenklo zu finden2

Sinnesprobleme

Probleme mit den Sinnen können ebenfalls der Grund dafür sein, dass Katzen eine Wand anstarren. Dazu gehören:

  • Sehstörungen: Katzen mit altersbedingten Veränderungen der Augen, Entzündungen oder Netzhauterkrankungen könnten Lichtreflexe oder Schatten anders wahrnehmen und dadurch irritiert sein. Auch Augenerkrankungen wie Katarakte oder Glaukome können das Verhalten beeinflussen.
  • Hörprobleme: Eine Katze, die Töne nur eingeschränkt wahrnimmt oder die Geräusche anders verarbeitet, könnte lange auf eine Wand starren, weil sie ein leises Geräusch orten möchte, das sie nicht richtig einzuordnen vermag.

Fazit: Das Anstarren einer Wand ist in den meisten Fällen völlig harmlos und zeigt nur, wie faszinierend die Wahrnehmung einer Katze ist. Ihre scharfen Sinne, ihr Jagdinstinkt oder ein Moment der Ruhe können Gründe für dieses Verhalten sein. Sollten Sie jedoch das Gefühl haben, dass Ihre Katze unruhig, ängstlich oder gesundheitlich beeinträchtigt wirkt, ist es sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen.

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Quellen

  1. www.tierarzt-dumhart.at, „Nervöses Zucken bei der Katze – felines Hyperästhesiesyndrom“ (aufgerufen am 28.01.2025) ↩︎
  2. tierarzt-karlsruhe-durlach.de, „Demenz bei Katzen - gibt es das?“ (aufgerufen am 28.01.2025) ↩︎

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