
13. Juni 2024, 15:12 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Jeder, der einen Hamster hat, weiß, dass diese auch mal zubeißen können. Doch bevor es dazu kommt, zeigen die Tiere mit ihrer Körpersprache bereits an, dass sie etwas nicht mögen, oder sich bedroht fühlen – wir erkennen es nur häufig nicht.
Während wir bei Hunden und Katzen oft gut erkennen können, wenn die Tiere etwas nicht mögen, fällt es uns bei Kleintieren schwerer deren Körpersprache zu lesen. Dabei können auch Hamster klar zeigen, wenn sie sich bedroht fühlen. Leider übersehen oder missinterpretieren viele Menschen das Verhalten und wundern sich dann, wenn der Nager zubeißt.
Im Gegensatz zu Meerschweinchen oder Kaninchen sind Hamster Einzelgänger und verteidigen ihr Revier auch vor Artgenossen. Dafür haben sie verschiedene Abwehrstrategien entwickelt, die sie auch im Zusammenleben mit uns Menschen einsetzen. Welche das sind und wie man erkennt, dass sich ein Hamster gerade bedroht fühlt, erklären wir im Folgenden.
Fauchen
Beim Fauchen denken wir als Erstes an Katzen. Doch die Fähigkeit, zischende Laute zu erzeugen haben viele Tiere – auch Hamster. 1 Dabei können die kleinen Nager eine beachtliche Lautstärke erreichen. Im Allgemeinen dient das Fauchen dazu, eine potenzielle Bedrohung auf Abstand zu halten – oft mit Erfolg.
Backentaschen aufplustern
Hamster mit vollen Backentaschen haben in der Regel gerade etwas „gehamstert“. Die Tiere können ihre Hamsterbacken aber auch zur Drohung aufplustern. Das lässt sie größer wirken und hat eine ähnliche Funktion, wie der Buckel bei der Katze. Bläst der Hamster also seine Backen auf, wenn man sich ihm nähert, signalisiert er damit klar, dass er sich bedroht fühlt. In der Regel zeigen die Tiere das Verhalten, kurz bevor sie einen Angriff starten.2
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Kreischen
Eine recht dramatische aber effektive Taktik, wenn Hamster sich bedroht fühlen, ist das Kreischen. Diese Lautäußerung sollte man immer ernst nehmen, denn die Tiere zeigen sie auch, wenn sie Panik und damit enormen Stress haben. Allerdings soll es auch Hamster geben, die bei den kleinsten Störungen kreischen, weil sie gelernt haben, dass dies eine sehr effektive Methode ist, um in Ruhe gelassen zu werden.3
Knurren
Das Knurren ist – ähnlich wie das Fauchen – ein Verhalten, das zeigen soll: bleib mir vom Leib! Hamster zeigen es typischerweise gegenüber Artgenossen, aber auch gegenüber Menschen. Dabei klingt das Knurren nicht wie das einer Katze oder eines Hundes. Es ist eher ein knarrendes Geräusch. Oft zeigen Hamster in den ersten Tagen im neuen Zuhause dieses Verhalten, weil sie noch unsicher sind und die Gefahren in der fremden Umgebung nicht einschätzen können.
Zähneklappern
Ähnlich zum Knurren, zeigen Hamster auch mit Zähneklappern, dass sie sich bedroht fühlen. Es ist nicht nur gegenüber Artgenossen eine Warnung, sich lieber zurückzuziehen – auch Menschen sollten dieses Verhalten ernst nehmen.
Heben der Vorderpfoten
Stellt sich der Hamster auf die Hinterbeine und hebt seine Vorderpfoten, macht er sich beriet zur Abwehr. Viele verwechseln das Verhalten mit dem Aufstellen oder „Männchen machen“, das die Nager oft zeigen, wenn sie sich einen Überblick über die Umgebung verschaffen wollen. Hierbei sind die Vorderpfoten aber meist gesenkt und das Tier blickt interessiert umher. Stellt sich der Hamster zur Verteidigung auf, ist sein Blick auf das, was ihm Angst macht, fixiert und die Pfoten erhoben.
Reglos auf dem Rücken liegen
Eine weitere Taktik, die Hamster zeigen, wenn sie sich bedroht fühlen, ist das „Tot stellen“. Dabei liegen die Nager meist auf dem Rücken und bewegen sich nicht mehr. Auch dieses Verhalten sollte man sehr ernst nehmen und es nicht noch provozieren, weil man es niedlich oder lustig findet. Der Hamster hat in diesem Moment so große Angst, dass er sich am liebsten tot stellt, damit der Feind von ihm ablässt.
Beißen
Schließlich zeigen Hamster auch mit beißen an, dass sie etwas nicht mögen. Dabei können die Tiere kurze Warnbisse geben, aber auch kräftig zubeißen. Wichtig ist, zu verstehen, dass es sich nicht um ein böswilliges Verhalten handelt, dass man dem Tier aberziehen muss. Ist man vom Hamster gebissen worden, sollte man sich am besten eine Zeit fernhalten und sich dem Tier dann mit leiser Stimme nähern.

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Wie verhalte ich mich, wenn sich mein Hamster bedroht fühlt?
Drohsignale des Hamsters sollte man nicht nur erkennen können, sondern auch ernst nehmen. Vor allem neue Hamster, die in der fremden Umgebung noch unsicher sind, knurren oder fauchen zu Beginn oft, wenn man sich ihnen nähert. Respektieren Sie den Wunsch des Tieres nach Abstand und ziehen Sie sich zurück.
Beobachten Sie den Hamster genau. Ab wann zeigt er das Abwehrverhalten? Erst, wenn ihre Hand sich nähert oder reicht es bereits, ihre Stimme zu hören? Vielen Tieren hilft es, sich einige Tage an den Geruch und die Geräusche zu gewöhnen. Sobald der Hamster lernt, dass diese keine Gefahr darstellen, wird er sich auch weniger von ihnen bedroht fühlen.