
8. Januar 2023, 8:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Auch Meerschweinchen können krank werden. Während eine Erkältung bei Menschen in den meisten Fällen harmlos verläuft, kann ein Schnupfen bei Meerschweinchen lebensbedrohliche Folgen haben. PETBOOK erklärt, was zu beachten ist.
Gelegentliches Niesen ist auch bei Meerschweinchen normal und in der Regel kein Grund zur Sorge. Zwei bis vier Mal am Tag kann ein Meerschweinchen niesen, ohne dass eine akute Infektion vorliegen muss. Allerdings gibt es Symptome, die auf eine ernst zu nehmende Erkrankung hinweisen können.
Schnupfen bei Meerschweinchen und wann er ernst zu nehmen ist
Niest ein Meerschweinchen mehr als viermal am Tag, sollte als Erstes versucht werden, die Staubmenge im Gehege zu reduzieren. Einige der kleinen Nager reagieren auf Staub in Einstreu oder Stroh mit verstärktem Niesen. Es gibt spezielle Einstreu, die auf der Packung mit einem geringen Staubanteil wirbt. Hilft auch das nicht, sollte man ganz auf Einstreu verzichten und stattdessen Pellets oder staubarmes Stroh verwendet werden. Kommt eines oder mehrere der folgenden Symptome hinzu, könnte das Meerschweinchen eine Erkältung haben:
- Laufende Nase und/oder Augen
- Abgeschlagenheit
- Appetitlosigkeit
Hält dieser Zustand mehr als einen Tag an, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Unbehandelt kann sich eine Erkältung bei Meerschweinchen schnell zu einer Lungenentzündung entwickeln. Diese ist für die Tiere lebensbedrohlich. Auch wenn die Tiere folgende Symptome zeigen, sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen:
- Rasselnder Atem
- Husten
- Verweigerung der Nahrungsaufnahme
Auch interessant: Meerschweinchen halten – so geht es artgerecht
Behandlung von Schnupfen bei Meerschweinchen
Handelt es sich tatsächlich nur um einen kleinen Schnupfen, sollte das Meerschweinchen bestenfalls von seinen Artgenossen isoliert werden, damit es diese nicht ansteckt. Gerade ältere und chronisch kranke Tiere könnten sich sonst schnell infizieren und stärker unter dem Infekt leiden.
Ein leichter Schnupfen kann oft mit etwas Ruhe, viel Flüssigkeit und der zusätzlichen Gabe von Kräutern wie Thymian oder Brennnessel auskuriert werden. Entwickelt sich dieser allerdings zu einer Lungenentzündung, muss man der Infektion mit Antibiotika gezielt entgegenwirken.
Wie beim Menschen auch können Meerschweinchen mit Atemwegserkrankungen Linderung mithilfe von Inhalationen erfahren. Hierfür einen Tee in einer Kanne aufkochen (Salbei oder Thymian oder ein Erkältungstee), das Meerschweinchen in eine Transportbox setzen und den aufgekochten Tee offen neben die Transportbox stellen. Nun Transportbox und Teekanne mit einem großen Handtuch so abdecken. So bleiben die heilenden Dämpfe unterhalb des Handtuchs. Achtung: Unbedingt darauf achten, dass die Teekanne nicht umkippen kann, ansonsten droht Verbrühungsgefahr!

Symptome erkennen Die 6 häufigsten Krankheiten bei Meerschweinchen

Mehr als eine Erkältung Katzenschnupfen rechtzeitig erkennen und behandeln

Krankheiten von Kaninchen und Co. Rodentiose bei Kleintieren – Symptome, Verlauf und Behandlung
Schnupfen bei Meerschweinchen vorbeugen
Schnupfen wird bei Meerschweinchen oft eingeschleppt, deshalb sollten Tiere, die man mit den schon bestehenden vergesellschaften möchte, ein paar Tage in Quarantäne bleiben, um mögliche Erkrankungen auszuschließen. Auch Menschen können Erkältungsviren und Bakterien auf ihre Haustiere übertragen. Halter sollten deshalb Kuscheleinheiten verschieben, bis sie selbst wieder gesund sind und stets gründlich die Hände waschen, bevor sie ihren Tieren neues Futter in den Käfig legen.
Gesunde Meerschweinchen erkranken naturgemäß auch seltener bzw. können Erreger besser abwehren. Folgendes hilft Meerschweinchen dabei, ein gesundes Immunsystem aufzubauen:
- Vitalreiche Kost: Vitamine und Mineralstoffe sind für einen gesunden Organismus entscheidend, auch bei Meerschweinchen. Sie sollten deshalb täglich viel frisches Grünfutter und ein wenig Obst erhalten. Zusätzlich kann man über die Trinkflasche noch Vitaminpräparate reichen.
- Hygiene im Käfig: Stark verunreinigte Gehege oder verunreinigtes Trinkwasser, das zu selten ausgetauscht wird, können Nährboden für Erreger aller Art sein. Dies schwächt das Immunsystem von Meerschweinchen und macht sie anfälliger für Krankheiten wie Erkältungen.
- Starke Temperaturschwankungen vermeiden: Wenn Meerschweinchen in die Außenhaltung umgesiedelt werden, aber bislang ausschließlich Innenhaltung gewöhnt sind, können sie sich bei niedrigen Temperaturen schnell verkühlen und infolgedessen erkälten. Meerschweinchen sollten daher immer nur schrittweise und bei Temperaturen über konstant 10-12 Grad umgewöhnt werden sowie zu Beginn nachts wieder reingeholt werden.
- Zu warmes Klima in der Wohnung: Besonders gut beheizte Wohnungen bieten Brutstätten für viele Erreger. Ein Meerschweinchengehege sollte deshalb auch nicht direkt neben der Heizung stehen. Regelmäßiges Lüften sorgt zudem für Luftaustausch und verhindert das Stauen der Wärme.