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Tierfachgeschäft

Fressnapf verkauft zukünftig keine Vögel mehr

Unzertrennliche auf einer Stange sitzend
Ziervögel wie Unzertrennliche gibt es in vielen Zoofachhandlungen zu kaufen. Bei Fressnapf soll nun zukünftig Schluss damit sein, wie das Unternehmen mitteilte. Foto: Getty Images / Andrey Sayfutdinov
Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

1. Februar 2024, 15:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Das Unternehmen Fressnapf hat beschlossen, sich aus dem Verkauf von Vögeln zurückziehen. Das gab die Tierrechtsorganisation Peta in einer Pressemitteilung vom 1. Februar bekannt. PETBOOK fragte bei Fressnapf nach den Hintergründen der Entscheidung.

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Wellensittiche, Kanarienvögel oder Unzertrennliche – Ziervögel sind beliebte Haustiere und werden von vielen Zoofachgeschäften angeboten. Damit soll nun Schluss sein – zumindest bei Fressnapf. Das Unternehmen habe nach Gesprächen mit der Tierrechtsorganisation Peta beschlossen, sich künftig aus dem Vogelverkauf zurückzuziehen. Das gab die Tierrechtsorganisation am 1. Februar in einer Pressemitteilung bekannt. PETBOOK sprach mit Sebastian Boms, Pressesprecher der Fressnapf GmbH, über die Hintergründe.

Ausstieg soll in den nächsten zwei bis fünf Jahren abgeschlossen sein

„Fressnapf hat sich entlang der Unternehmensstrategie dazu entschlossen, sich aus dem Verkauf von Vögeln zurückzuziehen und dies auch unseren Franchisepartner:innen zu empfehlen“, teilt Sebastian Boms auf Anfrage von PETBOOK mit.

Der Ausstieg erfolge parallel zur Modernisierung der Märkte und solle in den nächsten zwei bis fünf Jahren abgeschlossen sein. Bisher haben elf Filialen den Verkauf der Tiere bereits eingestellt. 

Die Tierrechtsorganisation Peta begrüßt die Entscheidung als wichtigen Schritt in die richtige Richtung, heißt es in der Pressemitteilung. Demnach habe Fressnapf die Entscheidung, den Vogelverkauf einzustellen, nach Gesprächen mit Peta bekannt gegeben.

Auch interessant: Fressnapf-CEO Johannes Steegmann über die aktuellen Trends auf dem Haustiermarkt 

Tierschutzwidrige Bedingungen in Zuchtbetrieben

Anlass für diese Gespräche sei eine Veröffentlichung der Tierschützer über die erschütternden Verhältnisse in Zuchtbetrieben für Kleinsäuger und Vögel im Dezember 2022 gewesen. Darin deckte die Organisation tierschutzwidrige Zustände in Massenzuchtanlagen auf. Zu deren Abnehmern gehörten auch Zoohandlungen wie Fressnapf, Futterhaus und Kölle Zoo.

Die Aufnahmen zeigen, wie Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und Vögel in meist völlig überfüllten Regalsystemen, übereinandergestapelten Plastikboxen und Käfigen im Dauerstress um ihr Leben kämpfen, heißt es in einer Veröffentlichung von Peta dazu.

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Vogelzubehör und Beratung bleiben weiterhin bestehen

Fressnapf habe sich zwar gegen den Vogelverkauf entschieden. Der Verkauf von Futter und Non-Food in diesem Segment ist von dieser Entscheidung aber nicht betroffen, teilt Boms mit. Auch Beratung zur Vogelhaltung wird weiterhin in den Filialen stattfinden. „Gute Beratung auf der Fläche ist und bleibt einer der wichtigsten Ankerpunkte in unserem Ökosystem“, führt Boms aus.

Viele Kunden, die ihre Vögel bei Fressnapf erworben haben, fragen sich nun bestimmt, wo sie in Zukunft Wellensittich und Co. kaufen sollen. Sebastian Boms antwortet auf diese Frage: „Wenn es um den Kauf von Tieren geht, ist es im Interesse aller, dass dies nicht unkontrolliert geschieht. Vögel sollten nur dort gekauft werden, wo regelmäßige Kontrollen des Veterinäramtes stattfinden.“

„Die Entscheidung von Fressnapf ist ein großer Erfolg für den Tierschutz und hat Signalwirkung für die Branche“, heißt es von Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta Deutschland, in der Pressemitteilung. „Wir danken dem Unternehmen ausdrücklich für die fortschrittliche Maßnahme, denn Vögeln wird in Käfigen alles verwehrt, was natürlich und wichtig für sie ist.“ Zukünftig möchte Peta den Dialog mit dem Unternehmen über eine Auslistung weiterer Tiergruppen wie Nager, Fische und Reptilien sowie über weitere Tierschutzbelange fortsetzen.

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