25. Juli 2023, 16:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Es ist eine Nachricht, die bei vielen Tierschützern für Begeisterung sorgen dürfte: Auf dem berühmt-berüchtigten Tomohon Extreme Market auf der indonesischen Insel Sulawesi wurde nun ein sofortiges Verbot vom Verkauf von Hunde- und Katzenfleisch durchgesetzt.
Der bekannte Wildtiermarkt, auf dem neben Affen, Schlangen, Fledermäusen und Ratten auch Katzen und Hunde verkauft wurden, stand schon länger in der Kritik. So prangerten Tierschützer seit Jahren die fragwürdige Haltung der Tiere und die brutalen Schlachtmethoden an. Demnach gab es immer wieder Berichte, wonach Tiere dort brutal erschlagen, erhängt oder ihr Fell bei lebendigem Leib abgesengt bekamen. Seit dem Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie stehen Wildtiermärkte, wie der Tomohon Extreme Market, zusätzlich unter Druck, da ein solcher Markt im chinesischen Wuhan als Auslöser der Epidemie vermutet wird.
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Tierschützer trotz Hundefleisch-Verbot misstrauisch
Jetzt wurde der internationale Protest der Tierschützer endlich erhört und der Handel von Hunde- und Katzenfleisch auf dem Tomohon-Market verboten. Die sechs letzten Händler auf dem Markt hätten eine entsprechende Übereinkunft unterzeichnet und der Bürgermeister habe ein sofortiges Verkaufsverbot verfügt, heißt es von der internationalen Tierrechtsorganisation HSI. Eine Entwicklung, über die sich Elvianus Pongoh freut. Er verkaufte selbst seit 25 Jahren Hundefleisch auf dem Markt und begrüßt dieses Verbot: „Wahrscheinlich habe ich tausende Hunde geschlachtet. Manchmal sah ich die Angst in ihren Augen, wenn ich sie abholte; und dann fühlte ich mich schlecht“. Deshalb sei es seiner Meinung nach an der Zeit, mit dem Verkauf von Hunde- und Katzenfleisch aufzuhören, fasst die HSI seinen Standpunkt zusammen.
Warum gerade jetzt das Verbot kommt, lässt sich nicht genau sagen, erklärt Peter Höffken von der Tierschutz-Organisation Peta. „Das Verbot der Katzen- und Hundetötungen ist das Ergebnis jahrelanger Proteste von Tierschutzorganisationen. Es gab in letzter Zeit bereits ähnliche Teil-Verbote für bestimmte asiatische Tiermärkte, doch die Durchsetzung durch die örtlichen Behörden war meist schwach und nicht von Dauer.“ Ob das Verbot tatsächlich Bestand hat, bleibe abzuwarten, sagt Höffken nüchtern.
Augenzeugen berichten von schlimmen Zuständen auf dem Markt
„Da dies nur einer von vielen Märkten dieser Art in der Region ist, ist zu befürchten, dass sich der Handel lediglich verlagert, solange die Nachfrage da ist.“ Neben den brutalen Schlachtmethoden prangern Peter Höffken und seine Kollegen von Peta Asien die unhygienischen Zustände auf dem Markt an. Der sei auch während den Hochzeiten der Corona-Pandemie weiterhin geöffnet geblieben.
Die Szenen, die sich dort abspielten, seien nur schwer vorstellbar, schildert ein Peta-Ermittler seine Beobachtungen auf der Webseite der Organisation. „Arbeiter und Kunden fassten die Leichenteile der vor Ort getöteten Tiere ohne Handschuhe an. Eine verstümmelte Schlange lag eingerollt auf einem Tisch; ihr Blut färbte die weißen Kacheln rot. Hühner mit offenen Wunden wurden zusammengeschnürt und mussten so auf ihre Tötung warten.“
Tierschützer hoffen auf große Veränderung
Indonesien ist eines der wenigen Länder auf der Welt, das aus traditionellen Gründen den Verkauf von Hunde- und Katzenfleisch noch zulässt. Laut Schätzungen der HSI werden allein auf Sulawesi jährlich bis zu 130.000 Jungtiere geschlachtet. Der Tomohon Extreme Market ist übrigens der erste Markt in Indonesien, der sich dem Druck von Tierschützern gebeugt hat.
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Quellen
- „Tagesspiegel.de“, „Sofortiges Verkaufsverbot : Berüchtigter Markt in Indonesien stellt Handel mit Hunde- und Katzenfleisch ein“, (aufgerufen am 24.07.2023)
- „Nw.de“, „Berüchtigter Markt in Indonesien stellt Handel mit Hunde- und Katzenfleisch ein“, (aufgerufen am 24.07.2023)
- Peta.de, „Video: Diese Tiermärkte verkaufen trotz Corona noch immer Tiere“, (aufgerufen am 24.07.2023)