
29. März 2023, 6:19 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Versiegelte Flächen, Monokulturen in der industriellen Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden – das sind nur einige Gründe für das massenhafte Insektensterben. Wer dem etwas entgegensetzen will, kann im Garten oder auf dem Balkon wichtigen Lebensraum für Wildbienen, Käfer und Florfliegen schaffen. Wie Sie ein Insektenhotel ganz einfach selber bauen können, erklärt PETBOOK im Folgenden.
Viele Biologen und Insektenforscher lehnen den Begriff „Insektenhotel“ ab. Schließlich suchen die Tiere diese Behausungen nicht nur zum Schlafen auf – sie ziehen darin ihren Nachwuchs groß. Eine bessere Bezeichnung wäre also Nisthilfe oder Nistanlage. Weil der Begriff Insektenhotel aber so schön anschaulich ist, wird er von Nicht-Wissenschaftlern trotzdem gern verwendet. Mit Materialien aus dem Baumarkt und wenigen Handgriffen können Sie ein Insektenhotel ganz einfach selber bauen, um den Tieren dort einen Lebensraum zu bieten.
Übersicht
Was braucht man alles, um ein Insektenhotel selbst zu bauen?
Zwar gibt es fertig zusammengebaute Insektenhotels zu kaufen, doch viele Modelle verfehlen leider ihren Zweck. Sie mögen zwar hübsch aussehen, doch wenn die Nisthilfen nicht zu den Bedürfnissen von Wildbienen, Schlupf-, Falten- und Grabwespen passen, werden sie unbewohnt bleiben. Es lohnt sich daher, das Insektenhotel selbst zu bauen.
Am einfachsten geht dies mithilfe eines Blocks aus Hartholz wie Esche, Buche oder Eiche. Nadelhölzer sind für ein Insektenhotel nicht geeignet. Außerdem muss das Holz abgelagert und entrindet sein. Bohren Sie in den Holzblock quer zur Maserung Löcher mit verschiedenen Durchmessern, um unterschiedliche Insektenarten anzulocken. Empfehlenswert sind Bohrlöcher mit einem Durchmesser zwischen drei und sechs Millimetern.
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Was muss man beim Bau eines guten Insektenhotels beachten?
Lassen Sie zwischen den einzelnen Bohrlöchern genügend Platz, wenn Sie ein Insektenhotel selber bauen. Der Abstand sollte mindestens doppelt so groß sein wie das Loch selbst. Durchbohren Sie das Holzstück nicht. Klopfen Sie den Holzstaub aus den Bohrlöchern und schleifen Sie die Oberfläche mit Sandpapier ab – fertig ist das DIY-Insektenhotel! Platzieren Sie den Holzblock an einem sonnigen, regengeschützten Ort und warten Sie auf die ersten tierischen Gäste.
Alternativ können Sie aus Bambusrohren eine Nisthilfe basteln. Sägen Sie die Bambusstöcke auf eine Länge von ca. 15 Zentimetern zu und verschließen Sie eines der offenen Enden mit Watte. Schleifen Sie das offene Ende ab und binden Sie mehrere Bambusrohre zu einem festen Bündel zusammen. Dieses können Sie dann mit den offenen Enden nach oben in eine sauber ausgespülte Blechdose stellen.
Was darf nicht ins Insektenhotel?
Plastik- oder Glasrohre eignen sich nicht für ein Insektenhotel. Denn darin können sich schnell Pilze ausbreiten, die die gesamte Brut abtöten können. Frisches Holz ist ebenfalls ungeeignet: Verwenden Sie stattdessen abgelagertes Holz, wenn Sie ein Insektenhotel selbst bauen möchten – so vermeiden Sie Risse im Material. Statt klassischer Lochziegel nutzen Sie lieber Strangfalzziegel für Ihre selbstgemachte Nisthilfe – diese werden von Wildbienen und anderen Insekten deutlich besser angenommen. 5 weitere Fehler, die man häufig beim Bau eines Insektenhotels begeht, lesen Sie bei myHOMEBOOK.
Gut zu wissen: In Deutschland leben über 500 Wildbienen-Arten. Die meisten bauen ihre Nester am Boden, nur etwa 40 Arten besiedeln röhrenförmige Insektenhotels. Es handelt sich dabei um einzeln lebende Bienen, die nicht wie die bekannten Honigbienen Staaten bilden. Pro Hohlraum zieht eine Solitärbiene ein, legt darin ihre Eier ab und zieht ihre Larven auf. Ein Insektenhotel ist also nicht wirklich ein Hotel, sondern eher ein Mehrfamilienhaus.
Wer Insekten unter die Flügel greifen möchte, kann aber noch mehr tun. Ein bienenfreundlicher Garten ist ein blühendes Paradies, in dem Insekten ausreichend Nahrung finden. Lassen Sie daher wenigstens einen Teil Ihres Rasens in seinem natürlichen Zustand und mähen diesen nicht, damit dort Klee, Löwenzahn und andere Wildblumen gedeihen können. Alternativ können Sie ein hübsches Wildblumenbeet anlegen – mit Glockenblumen, Margeriten und anderen „Bienen-Magneten“.

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Quellen
- Nabu-heidelberg.de, „Insektenhotel selber bauen: so geht’s richtig“ (aufgerufen am 28.03.2023)
- Nabu.de, „So bauen Sie wirksame Nisthilfen für Wildbienen“ (aufgerufen am 28.03.2023)
- Lbv.de, „Insektenhotel selber bauen“ (aufgerufen am 28.03.2023)