
28. Oktober 2023, 8:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Am letzten Oktoberwochenende werden jährlich die Uhren von Sommer- auf Winterzeit um eine Stunde zurückgestellt. Damit verschieben sich auch die Gassi- und Futterzeiten für Hund und Katze um eine Stunde nach hinten. Wie man seine Tiere am besten darauf vorbereitet, erklärt PETBOOK.
Zweimal am Tag – um Punkt sieben Uhr morgens und abends – klingelt bei uns der Wecker. Jetzt bekommt die Katze ihre Tabletten – selbstverständlich verpackt im absoluten Lieblings-Snack. Natürlich geht auch unsere andere Katze dabei nicht leer aus. Mittlerweile ist das Ritual so etabliert, dass die beiden bereits zehn Minuten vor der eigentlichen Zeit in der Küche hocken und geduldig warten. Jetzt stellen Sie sich die langen Gesichter vor, wenn die Haustiere nach der Zeitumstellung wie gewohnt kommen, es aber noch gar nicht 19 Uhr, sondern erst 18 Uhr ist und nichts passiert.
Alle Tiere – der Mensch eingeschlossen – haben eine innere Uhr, die dafür sorgt, dass sie mit ihrer Umwelt im Takt bleiben. Die innere Uhr sagt uns nicht nur, wann wir schlafen und aktiv sein müssen, sondern sagt den Tieren auch, wann es Futter zu finden, bzw. zu jagen gibt. Dabei kann eine ziemlich genaue Anpassung an bestimmte Zeitpunkte erfolgen. Wie geht man als Halter nun damit um, wenn die Zeit umgestellt wird, die Haustiere aber noch nach der Sommer-Taktung weiterlaufen?
Haben Haustiere mit der Zeitumstellung Probleme?
Bei der Umstellung von Sommer- zu Winterzeit werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Dadurch finden Fütterungen und die Spaziergänge plötzlich eine Stunde später statt als gewohnt. Für die Gassizeiten stellt dies meist weniger Probleme dar, denn die Abstände zwischen den Gassigängen bleiben dadurch ja gleich. Trotzdem kann es vor allem am Morgen doch mal zu Unfällen kommen, weil der Hund gewohnt ist, zu einer bestimmten Zeit wach zu werden und dann eben mal muss.
„Die meisten Haustiere haben einen festen Rhythmus im Alltag. Vor allem Hunde und Katzen haben sich an bestimmte Routinen gewöhnt“, erklärt Janine Cirini, Campaignerin in einer Mitteilung der Vier Pfoten Schweiz. „Katzen fangen an zu maunzen, machen auf sich aufmerksam, streichen einem beispielsweise um die Füße und Beine oder klettern auf den Schoß“. Auch Hunde könnten unruhig reagieren, zu Übersprungshandlungen neigen und sogar quengelig werden, wenn es nicht zu gewohnter Zeit zur Fütterung oder zur Gassirunde komme. „Sie beginnen zu winseln und stupsen einen mit der Nase immer wieder an“.
Problematischer ist die Zeitumstellung für Tiere bei den Fütterungszeiten, vor allem wenn Hund oder Katze immer zur selben Uhrzeit ihr Fressen bekommen. In Erwartung des Futters produziert der Magen kurz vor der gewohnten Fütterungszeit Magensäure. Bleibt die Mahlzeit dann aus oder verschiebt sich, kann die nicht benötigte Säure die Magenschleimhaut reizen. Das kann dazu führen, dass die Tiere sehr quengelig werden oder sich im schlimmsten Fall sogar übergeben.
Auch interessant: So oft sollte der Hund Gassi gehen
Tiere langsam auf die Zeitumstellung vorbereiten
Da sich unsere Haustiere dank ihrer inneren Uhr an eine gewisse Routine gewöhnt haben, sollte man sie auf die Zeitumstellung langsam vorbereiten. Zum Beispiel, indem man Futterzeiten, Gassigehen oder Ruhephasen jeden Tag um etwa zehn Minuten verzögert, rät Cirini von Vier Pfoten. Gerade für Haustiere, die regelmäßig Medikamente zu der gleichen Tageszeit erhielten, sei eine langsame Umgewöhnung wichtig.
Wer die Umstellung versäumt hat, sollte daher nachsichtig mit seinem Haustier sein. Und keine Sorge: Auch nach der Zeitumstellung kann man die Zeiten für Fütterung seiner Haustiere täglich in kleinen Schritten anzupassen.

Entzündung der Magenschleimhaut Ursachen und Behandlung von nüchternem Erbrechen beim Hund

Gesetze & Tipps So oft sollte der Hund Gassi gehen

Häufiger Fehler Wie lange darf man Katzen allein lassen?
So passen Sie Gassi- und Futterzeiten langsam an
Vor allem für Katzenbesitzer kann die Zeitumstellung eine Herausforderung sein. Denn meine Katze weckt mich gerne, sobald sie Hunger bekommt. Hier hat man jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder man ignoriert das Tier konsequent und geht das Risiko ein, dass sich die Katze aus Übersäuerung übergibt oder der Hund auf den Teppich macht, weil er seit einer Stunde aktiv ist und die Blase voll. Oder man macht sich die Mühe, und passt die Zeiten Stück für Stück an.
Dazu hier zwei Beispiele – erprobt aus dem Alltag mit zwei Katzen und einem Hund:
- Bei Ereignissen wie der Futter- oder Medikamentengabe ist der genaue Zeitpunkt relativ wichtig. Hier empfiehlt sich daher eine tägliche Anpassung von 5 Minuten. Gab es vor der Zeitumstellung das Fressen um 18 Uhr, gibt man es nach der Zeitumstellung also um 17 Uhr, am nächsten Tag um 17.05 Uhr usw.
- Bei Ereignissen, die zeitlich weniger penibel eingehalten werden müssen, wie Gassigänge zwischendurch oder deren Zeitpunkt sich durch den Tagesablauf bestimmt, reicht auch eine Anpassung um täglich 15 Minuten, falls überhaupt nötig.
Für viele mag das nach einem hohen Aufwand klingen, aber man sollte sich immer bewusst machen: Die Zeitumstellung ist etwas von Menschen künstlich erzeugtes. Von einem Tag auf den anderen alles um eine Stunde zu verzögern, nur weil die Uhr an der Wand noch nicht die „richtige Zeit“ anzeigt, ist für unsere Haustiere völlig unverständlich.