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Fressen sogar Skorpione

8 faszinierenden Fakten zu Erdmännchen, die kaum jemand kennt

Eine Gruppe Erdmännchen steht bei einander
Erdmännchen gehören zu den sozialsten Tieren überhaupt. Sie leben in Gruppen von bis zu 40 Tieren zusammen. Foto: Getty Images
Porträt Manuela Bauer
Freie Autorin

7. Juni 2023, 5:48 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Wer einer Gruppe Erdmännchen zusieht, bekommt automatisch gute Laune! Den Namen Erdmännchen haben sie von ihrer Eigenschaft gerne „Männchen“ zu machen. Denn innerhalb einer Kolonie gibt es immer ein paar Wächter, die nach potenziellen Feinden Ausschau halten und laut und hoch bellen, wenn Gefahr droht. Aber es gibt noch mehr spannende Verhaltensweisen, die Erdmännchen an den Tag legen. PETBOOK stellt acht faszinierende Fakten über die kleinen Säugetiere vor.

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Beheimatet sind Erdmännchen, die zur Familie der Mangusten gehören, vorwiegend im südlichen Teil des afrikanischen Kontinents – vor allem in Südafrika, Namibia, Botswana und Angola. Ihre Kolonien mit bis zu 40 Tieren, die aus mehreren Familien bestehen, findet man in der Savanne oder in Wüstengegenden. Dort leben sie in ihren unterirdischen Bauten, die sie oft von Erdhörnchen übernehmen und ausbauen. Meist sieht man sie buddeln und scharren, wenn sie den Bau erweitern, oder die Erde nach Futtertieren durchpflügen. Man bezeichnet sie auch als Scharrtiere. 

Erdmännchen sind Raubtiere

Gerne werden Erdmännchen mit Präriehunden verwechselt, doch diese gehören zur Ordnung der Nagetiere und zur Familie der Hörnchen, während Erdmännchen zur Ordnung der Raubtiere und Familie der Mangusten gehören. Präriehunde leben zwar auch in selbst gegrabenen Erdhöhlen, allerdings auf einem völlig anderen Kontinent, nämlich in Nordamerika. Ihr Körperbau ist sehr viel plumper als der der schlanken, grazilen Erdmännchen. Im Englischen werden Erdmännchen übrigens als „Meerkat“ bezeichnet, was bei Übersetzungen ins Deutsche regelmäßig fälschlicherweise mit „Meerkatze“ übersetzt wird. Aber auch mit dieser Primatengattung haben die Tiere rein gar nichts zu tun. 

Auch interessant: Warum Erdhörnchen immer häufiger die Paarungszeit verschlafen

Erdmännchen fressen sogar Skorpione

Erdmännchen wirken putzig – aber die kleinen Raubtiere haben es in sich, wenn es um die Nahrungsbeschaffung geht. Während Präriehunde reine Vegetarier sind, fressen Erdmännchen Insekten und gerne auch kleine Vögel oder deren Eier. Aber auch Eidechsen, Schnecken und sogar Skorpione oder giftige Schlangen stehen auf dem Speiseplan der gierigen Mangusten, denn gegen das meiste Gift sind sie immun. 

Erdmännchen haben natürliche Sonnenbrillen

Erdmännchen besitzen auffällig dunkle Augenringe. Diese kommen nicht etwa vom ständigen Wachen und zu wenigen Schlaf. Sie verhindern wohl, dass die Tiere von der Sonne geblendet werden, wenn sie in die Ferne blicken und z. B. nach einem Beutegreifer Ausschau halten. Die dunklen Ringe sind also so etwas wie natürliche Sonnenbrillen. Ein weiteres praktisches Feature ist, dass sie beim Graben und Buddeln ihre Ohren verschließen können, damit kein Sand in die Gehörgänge kommt. Die quirligen Mangusten sind ausgezeichnete Läufer und können Geschwindigkeiten von bis zu 32 km/h erreichen. 

Erdmännchen ziehen alle paar Monate um 

Man könnte sie auch als Nomaden der Wüste bezeichnen, denn Erdmännchen wechseln alle paar Monate ihr Revier. Dann heißt es wieder buddeln, denn so ein Bau besteht aus über 15 Ein- und Ausgängen und einem Tunnelsystem mit diversen Kammern, die bis zu zwei Meter unter der Erde liegen. Wenn dann draußen eine Gluthitze herrscht, ist es in diesem Bau angenehm kühl. Dabei kommt ihnen ein weiteres praktisches Feature zugute: Erdmännchen können beim Graben und Buddeln ihre Ohren verschließen, damit kein Sand in die Gehörgänge kommt.

Bei Erdmännchen gibt es klare Arbeitsteilung 

Erdmännchen gehören zu den sozialsten Tieren überhaupt. In ihren Kolonien gibt es klare Aufgabenteilungen: Während die meisten nach Futter suchen, gibt es extra Wächter, die aufpassen, ob sich ein Angreifer, z. B. ein Raubvogel nähert. Dann stoßen sie bellende Laute aus und alle verschwinden blitzartig in den Bau. Forscher gehen davon aus, dass die Warnschreie sogar variieren und die Wächter mitteilen können, ob der Angreifer aus der Luft kommt oder sich am Boden heranschleicht. Wird ein Feind am Boden entdeckt, z. B. eine Schlange, schließen sich die Erdmännchen in einer Gruppe zusammen, und versuchen gemeinsam den Eindringling zu verjagen.  Auch ein Wächter muss mal auf Futtersuche gehen, deshalb wechseln sich die sozialen Tiere ab, damit das Alarmsystem einwandfrei funktioniert. 

Erdmännchen haben Babysitter 

Für die ganz Kleinen gibt es einen eigenen Babysitter, der aufpasst, wenn die Weibchen anderweitig beschäftigt sind. Und das ist sehr wichtig, denn trotz dieser Fürsorge überlebt nur jedes vierte Junge. Die Babysitter fressen in dieser Zeit nichts und verlieren pro Tag bis zu zwei Prozent an Gewicht. Können die Jungen feste Nahrung zu sich nehmen, bekommen sie eigens Lehrer, die ihnen beibringen, was essbar ist und wie man jagt. Geübt wird mit toten Tieren, um später ein lebendiges Beutetier zu erlegen.  

Eine Gruppe von Erdmännchen steht auf einem Hügel
Erdmännchen könnte man auch als Nomaden der Wüste bezeichnen, da sie alle paar Wochen umziehen. Foto: Getty Images

Bei Erdmännchen haben die Mädels das Sagen

Angeführt wird die Kolonie von einem Erdmännchen-Paar. Meist bekommt auch ausschließlich das ranghöchste Weibchen den Nachwuchs. Gesäugt wird dieser aber erstaunlicherweise auch von anderen Weibchen, die keine eigenen Jungen haben. Wenn das Alpha-Erdmännchen stirbt, wird ein anderes Erdmännchen zum Nachfolger. Stirbt aber das Erdmännchen-Alpha-Weibchen, bedeutet es das Ende der Familie. Generell haben bei den Erdmännchen eher die Mädels das Sagen.  

Wenn Mama-Erdmännchen ein Langschläferin ist, sind ihre Kinder es auch

Alex Thornton und sein Team von der University of Cambridge konnten in der Kalahari-Wüste mit dem „Kalahari Meerkat Project“ beobachten, dass die dort heimischen Erdmännchen unterschiedlich lange schlafen. Der Schlafrhythmus ist von Gruppe zu Gruppe verschieden und wird an die Nachkommen weitergegeben. Wenn Mama-Erdmännchen also eher eine Langschläferin ist, werden ihre Kinder keine Frühaufsteher. Warum manche der Tiere früher aufstehen als andere, ist allerdings noch nicht bekannt. Vielleicht gibt es, wie bei uns Menschen, auch bei den Erdmännchen Frühaufsteher und Morgenmuffel? 

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Quellen

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