
31. Juli 2024, 5:57 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sie sind Kreaturen der Nacht, können sich bei völliger Dunkelheit problemlos orientieren und sind, zusammen mit den Flughunden, die einzigen fliegenden Säugetiere der Welt: Fledermäuse sind einfach faszinierende Lebewesen. Doch so manchem Zeitgenossen jagen diese Tiere einen Schauer über den Rücken. Ernähren sie sich nicht von Blut? Übertragen sie nicht gefährliche Krankheiten? PETBOOK verrät, was Sie über Deutschlands Fledermäuse wissen müssen.
Vor Fledermäusen muss in Deutschland niemand Angst haben. Eher sollten Fledermäuse Angst vor uns Menschen haben. Denn durch intensive Land- und Forstwirtschaft, vor allem durch den Einsatz von Pestiziden, vernichten wir ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage. Daher gehen die Bestände stetig zurück, viele Arten sind gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Welche Fledermäuse gibt es (noch) in Deutschland und wo leben sie?
Wie groß ist die größte Fledermaus in Deutschland?
Insgesamt sind 25 verschiedene Fledermausarten in Deutschland zu Hause. Die größte von ihnen heißt Großes Mausohr: Diese Tiere erreichen eine Körperlänge von 6,5 bis 8 Zentimeter und wiegen in der Regel zwischen 28 und 40 Gramm. Die Flügelspannweite des Großen Mausohrs beträgt 35 bis 43 Zentimeter. Ihren großen, fleischfarbenen Ohren verdankt sie ihren deutschen Namen.
Wie alle anderen heimischen Fledermausarten ernährt sich das Große Mausohr von Insekten und anderen Krabbeltieren, darunter Spinnen, Käfer, Heuschrecken und Hundertfüßer. Erst bei völliger Dunkelheit fliegt diese Fledermaus los, nutzt ihren Geruchssinn, um Beute aufzuspüren und orientiert sich mithilfe von Echoortung. Dazu stößt sie laute Rufe aus, die für uns Menschen aber nicht hörbar sind, da sie im Ultraschallbereich liegen. Anhand der zurückgeworfenen Schallwellen macht sie sich ein genaues Bild von ihrer Umgebung – die Fledermaus kann sozusagen mit den Ohren sehen.
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Wo gibt es Fledermäuse in Deutschland?
Die meisten heimischen Fledermausarten wie der Große Abendsegler, das Braune Langohr, die Fransenfledermaus und die Rauhautfledermaus bewohnen Waldgebiete. Bei Waldspaziergängen sind sie allerdings kaum zu sehen, da sie sich tagsüber in die Baumhöhlen alter Bäume zurückziehen.
Innerhalb von Ortschaften trifft man eher auf die Zwergfledermaus, die Breitflügelfledermaus und die Wasserfledermaus. Diese Arten nutzen neben hohlen Bäumen auch Mauerspalten als Tagesquartier. Mit Einbruch der Dämmerung gehen sie in Gärten, Parks und in der Nähe von Gewässern auf Insektenjagd. Übrigens: Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) berichtet, nehmen stadtbewohnende Fledermäuse bereitgestellte Nistkästen zwar gerne an. Doch wenn sie versuchen, darin zu überwintern, erfrieren sie häufig.
Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist Deutschland die Heimat folgender Fledermausarten:
- Mopsfledermaus
- Nordfledermaus
- Breitflügelfledermaus
- Alpenfledermaus
- Langflügelfledermaus
- Nymphenfledermaus
- Bechsteinfledermaus
- Große Bartfledermaus
- Teichfledermaus
- Wasserfledermaus
- Wimperfledermaus
- Großes Mausohr1
- Kleine Bartfledermaus
- Fransenfledermaus
- Kleiner Abendsegler
- Großer Abendsegler
- Weißrandfledermaus
- Rauhautfledermaus
- Zwergfledermaus
- Mückenfledermaus
- Braunes Langohr
- Großes Langohr
- Große Hufeisennase
- Kleine Hufeisennase
- Zweifarbfledermaus2,3

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Sind deutsche Fledermäuse gefährlich?
Gut zu wissen: Blutsaugende Fledermäuse gibt es in Deutschland nicht. Vampirfledermäuse, die sich vom Blut verschiedener Wild- und Haustiere ernähren, kommen ausschließlich in Lateinamerika vor. Die Gefahr, von einer Fledermaus gebissen und „ausgesaugt“ zu werden, besteht hierzulande also definitiv nicht.
Und wie sieht es mit der Übertragung gefährlicher Krankheitskeime aus? Schließlich ist das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 vermutlich von einer Fledermaus erst auf einen Zwischenwirt und dann auf den Menschen übersprungen. Kann man sich hierzulande bei einer Fledermaus mit Covid-19 anstecken?4 Bislang gibt es keine Belege dafür, dass die in Deutschland heimischen Fledermäuse Träger dieses Virenstammes sind. Die meisten Parasiten und Erreger, die sie auf den Menschen übertragen können, sind harmlos – mit einer Ausnahme: Theoretisch kann ein Fledermausbiss den Tollwuterreger übertragen. Allerdings ist die Gefahr hierfür sehr gering, da infizierte Tiere Menschen nicht angreifen. Zu einem Biss kann es vor allem dann kommen, wenn man versucht, eine kranke oder verletzte Fledermaus anzufassen. Hier ist also definitiv Vorsicht geboten.5,6,7