
3. April 2025, 16:37 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ihre Panzer funkeln wie Gold. Wer das erste Mal ein Bild dieser Käfer sieht, wird vielleicht vermuten, dass sie nicht echt sind. Doch sie existieren tatsächlich. Es sind sogar mehrere Arten, die mit ihren prachtvollen Panzern neuerdings vor allem Nutzer auf sozialen Medien begeistern.
Käfer gibt es in allen Farben. Doch diese scheinen gerade besonders die Nutzer von sozialen Medien in ihren Bann zu ziehen. Unter dem Begriff „Golden Tortoise Beetle“ finden sich Fotos und Videos, auf denen die Insekten wie kleine Goldmünzen aussehen. Viele bezweifeln daher zunächst, dass es sich um „echte“ Tiere handelt. Doch die goldenen Schildkäfer existieren nicht nur – es finden sich gleich mehrere Arten, die einen solch prachtvollen Panzer besitzen und daher schnell miteinander verwechselt werden. PETBOOK stellt die goldenen Schildkäfer einmal genauer vor.
Es gibt mehr als einen Goldmünzen-Käfer
Als ob das Phänomen, dass Käfer wie kleine Goldmünzen aussehen, nicht schon bizarr genug wäre, gibt es auch noch mehrere Arten, auf die dies zutrifft, und die oft alle als „Golden Tortoise Beetle“ bezeichnet werden. Alle von ihnen gehören jedoch der Gruppe der Schildkäfer an. Diese erkennt man daran, dass ihre Körper stark abgeflacht und leicht oval sind. Der Halsschild und die Flügeldecken sind stark verbreitert, sodass Kopf und Beinchen darunter verschwinden. Schildkäfer erinnern also allein schon durch ihre Form an Münzen.
Um die ganze Sache etwas zu vereinfachen, konzentriert sich dieser Artikel auf die beiden folgenden Käfer:
- Aspidimorpha – eine Gattung von Schildkäfern, die in Asien heimisch ist, und
- Charidotella sexpunctata, eine Käferart, die man unter anderem in Nordamerika findet.
Auch interessant: 9 auffällige Käfer im Garten und wie man sie erkennt
Aspidimorpha
Die Gattung Aspidimorpha umfasst viele hunderte Arten. Nicht alle von den Käfern sehen aus wie Goldmünzen. Einige tragen auch gepunktete Muster in Braun und Rot (Aspidimorpha miliaris). Zu den Arten, die auch als goldene Schildkäfer bezeichnet werden, gehören zum Beispiel Aspidimorpha furcata oder Aspidimorpha sanctaecrucis. Für beide existieren keine deutschen Artnamen.
Die Insekten haben etwa 15 Millimeter Körperlänge und sind damit etwas größer als ein Marienkäfer. Der goldene Glanz ihres Panzers kann dabei variieren und sogar ganz verschwinden. So finden sich Bilder mit Käfern derselben Art, deren Flügeldecken auf einem Foto golden schimmern, und auf anderen eine unscheinbare braune Farbe aufweisen. 1
In der Literatur findet sich nur wenig zu dem Mechanismus dieser Farbänderung – zumindest für die Aspidiomorpha-Arten. Es scheint aber eine Fähigkeit zu sein, die bei vielen goldenen Schildkäfern beobachtet wird.
Charidotella sexpunctata
Auch Käfer dieser Art sehen aus wie kleine Goldmünzen. Allerdings sind sie im Vergleich zu den Vertretern der Gattung Aspidimorpha mit gerade mal fünf bis sieben Millimeter Körperlänge deutlich kleiner. Auch sie können ihre Farbe verändern und das sogar aktiv. Das verrät bereits der Artname der Käfer, denn der Begriff „sexpunctata“ bedeutet „sechs Punkte“. Diese kommen zum Beispiel dann zum Vorschein, wenn sich die Tiere gestört fühlen. Dann verändern sie ihre Farbe von einem glänzenden Gold zu einem rotbraun mit schwarzen Punkten – wahrscheinlich, um Fressfeinde abzuschrecken.2
Aber auch während der Paarung verändern die Käfer ihre Farbe. Wie die Käfer ihre Farbe wechseln, wurde für Charidotella sexpunctata zwar noch nicht untersucht, jedoch für die eng verwandte Art Charidotella egregia. Auch diese Käfer sehen aus wie Goldmünzen – und zwar dann, wenn ihre Flügeldecken gut mit Flüssigkeit versorgt sind. Leiten die Käfer diese ab, erscheinen die Flügeldecken rötlich braun. Dieser Effekt führt auch dazu, dass tote Käfer ihre goldene Farbe verlieren.3
Vermutlich nutzen auch andere goldene Schildkäfer diesen Mechanismus, um ihre Farbe zu verändern – wissenschaftlich belegt ist dies jedoch bis jetzt nicht.
So kann man die goldenen Schildkäfer unterscheiden
Da sich die Käferarten untereinander zum Verwechseln ähnlich sehen, werden sie oft mit den falschen lateinischen Namen bezeichnet. Dabei handelt es sich hier im Grunde um zwei verschiedene Gattungen mit unterschiedlichem Verbreitungsgebiet. Sie lassen sich aber auch für Laien an zwei Merkmalen unterscheiden: die Größe und die Form des gefärbten Bereichs auf den Flügeldecken.
- Aspidimorpha: 15 mm groß, Färbung der Flügeldecken zum Kopf hin wie ein „Y“ ausgezogen
- Charidotella sexpunctata: 5–6 mm groß, Färbung der Flügeldecken gleichmäßig rund

Nützliche Krabbler 9 auffällige Käfer im Garten und wie man sie erkennt

Von 2 bis 24 Verraten die Punkte auf dem Marienkäfer wirklich das Alter? Biologin klärt auf

Von Gold zu Blau Warum Rentiere ihre Augenfarbe wechseln
Bringen die goldenen Käfer Glück?
Hierzulande würde man sich wahrscheinlich über Käfer, die wie kleine Goldmünzen aussehen, freuen. Und manchmal findet man auch die Behauptung, die goldenen Insekten würden als Glücksbringer gelten. Doch in ihrer Heimat sind die Tiere denkbar unbeliebt. Denn sowohl Aspidimorpha sanctaecrucis als auch Charidotella sexpunctata gelten als landwirtschaftlicher Schädling.
Vor allem auf Pflanzen der Süßkartoffel und verwandten Arten wie Windengewächsen (Convolvulaceae) haben es die Käfer beider Arten abgesehen. Dabei fressen die Larven und die adulten Tiere kleine Löcher in die Blattoberflächen, sodass oft nur noch die Blattadern übrig bleiben. Dies führt häufig dazu, dass die Pflanzen eingehen. 4