
29. Januar 2025, 17:26 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Krokodile bevorzugen tropische Temperaturen, doch manchmal müssen sie auch Minusgrade überstehen – so wie die Alligatoren in Südtexas, wo ein Schneesturm das Wasser gefrieren ließ. Doch die Tiere sterben daran nicht – sie haben eine erstaunliche Strategie entwickelt, um die Kälte zu überstehen.
Eigentlich leben Krokodile bevorzugt in Regionen mit tropischem oder subtropischem Klima. Trotzdem kann es bisweilen vorkommen, dass die Reptilien kurzzeitig arktischen Temperaturen ausgesetzt sind. So wie Mitte Januar 2025, als ein Schneesturm die südliche US-Küste traf und die Temperaturen für ein paar Tage unter den Gefrierpunkt sanken. Aber was passiert mit Krokodilen, wenn plötzlich das Wasser zufriert?
Gefrorene Reptilien
Was mit den Reptilien passiert, wenn es so kalt wird, dass sämtliche Gewässer zufrieren, zeigt ein Video aus dem Alligator-Themenpark „Gator Country“ in Beaumont, Texas. Darin filmt ein Mitarbeiter die Tiere steif und eingefroren im Wasser. Nur das Ende ihrer Schnauze lugt noch aus der Eisfläche hervor. Der Mitarbeiter erklärt, dass die Krokodile an die Oberfläche schwimmen, wenn sie merken, dass das Wasser zufriert. Den vorderen Teil der Schnauze strecken sie aus dem Wasser, um zu atmen.
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Drei Herzschläge pro Minute
„Selbst die Jungtiere wissen, wie das geht“, erklärt der Mitarbeiter im Video. Die Krokodile fallen also in eine Art Winterstarre. „Dieses Tier macht gerade mal einen Atemzug pro Minute und hat seinen Herzschlag auf drei Schläge pro Minute verlangsamt – ist das nicht verrückt?“
Sobald es wärmer wird, erwachen die Alligatoren langsam aus der Winterstarre, wie der Mitarbeiter erklärt. Er zeigt ein Tier, das in der Sonne badet und langsam beginnt „aufzutauen“. Dabei handelt es sich um Mississippi-Alligatoren, eine in den USA weitverbreitete Art, die meist langsam fließende Süßwasserflüsse, Sümpfe, Marschland und Seen bewohnt.
Warum gehen sie nicht aus dem Wasser?
Das Video fasziniert viele Nutzer auf Instagram und einige fragen sich, warum die Krokodile nicht einfach an Land gehen, sobald das Wasser zufriert. Das hat einen einfachen Grund: Unter Wasser ist es im Zweifelsfall wärmer. Herrschen draußen Minusgrade, gefriert zwar die Oberfläche, der Großteil des Wassers bleibt jedoch flüssig und hält damit seine Temperatur über null Grad. Die Eisdecke schützt zudem die darunter liegenden Schichten gegen die kältere Luft.

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Krokodile lassen sich bewusst einfrieren
Diesen Effekt machen sich auch Fische zunutze: Friert der See zu, suchen sie den Grund des Gewässers auf, da hier stabile vier Grad plus herrschen. Das viel größere Problem ist der Sauerstoffmangel, der entsteht, wenn ein Gewässer zufriert. Dieses Problem lösen die Krokodile jedoch dadurch, dass sie die Spitze ihrer Schnauze aus dem Wasser ragen lassen, um atmen zu können. Eine weitere Strategie gegen die Kälte, die Fische und Krokodile gemeinsam haben: Sie fahren ihren Stoffwechsel herunter, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. 1
In der Regel kommt es ziemlich selten vor, dass Krokodile Minusgraden ausgesetzt sind. In Texas war das im Februar 2021 das letzte Mal der Fall, als ein schwerer Schneesturm sogar für einen flächendeckenden Stromausfall sorgte. Umso faszinierender ist es, dass die Tiere hierfür eine clevere Strategie im Laufe der Evolution entwickelt haben: Sie lassen sich tatsächlich bewusst einfrieren!