
21. Januar 2025, 14:28 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Von Weitem könnte man Picasso-Schildwanzen auch für kleine Ostereier halten. Aber wieso sind die Insekten so farbenfroh und was haben sie mit Picasso zu tun? PETBOOK-Autorin und Biologin Saskia Schneider erklärt, was es mit den bunten Wanzen auf sich hat.
Wanzen genießen in der Regel keinen guten Ruf. Doch es gibt eine Art, die sogar bei Menschen gut ankommt, die eigentlich keine Insekten mögen: die Picasso-Schildwanze. Ihr farbenfrohes Muster sorgt für Bewunderung. Manche finden, sie sehen aus wie kleine Ostereier. Tatsächlich wirkt das Muster fast, wie von handbemalt.
Doch warum besitzen die Insekten eine derartig auffällige Färbung? Immerhin sind sie für Fressfeinde so bereits von Weitem gut erkennbar. Oder handelt es sich hier um eine Warnung? Sind die Wanzen vielleicht giftig?
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Kein Käfer, sondern eine Wanze
Die Picasso-Schildwanze ist in den Tropen- und Subtropen Afrikas beheimatet und erreicht Größen von etwa einem Zentimeter. Ihr wissenschaftlicher Name ist Sphaerocoris annulus. In ihrer Heimat kennt man sie auch unter dem Namen „Zulu Hud Bug“. Gelegentlich findet man auch die Bezeichnung Picasso-Käfer.1 Wie alle Schildwanzen tragen sie ein stark vergrößertes, gekrümmtes Schildchen, auch Scutellum genannt. In der Regel überdeckt es den gesamten Hinterleib. Dadurch kann man die Wanzen leicht mit Käfern verwechseln. 2
Die Basisfarbe der Schildwanzen ist Grün. Auf dem Schild tragen sie ein buntes Muster aus insgesamt elf Flecken. Besonders auffällig ist, dass das Muster keine perfekten Linien bildet. So wirkt es, als sei die Wanze handbemalt und viele fragen sich daher, ob dieses Insekt wirklich echt ist.
Warum ist die Picasso-Schildwanze so bunt?
Das farbenprächtige, abstrakte Muster auf dem Rückenschild der Wanzen dient in erster Linie als Warnung. Viele Schildwanzen tragen eine auffällige Färbung. Zwar sind sie nicht giftig, doch fühlen sie sich gestört, sondern sie ein ranzig riechendes und übelschmeckendes Sekret ab. Das tun auch viele unserer heimischen Wanzen, weshalb man die Tiere nicht in die Hand nehmen sollte.
Manchmal findet man auch die Behauptung, das Muster würde der Tarnung dienen und mit der Umgebung verschmelzen. Schaut man sich Fotografien der Insekten an, so sitzen diese oft auf bunten Blumen. Hier kann es durchaus zu einem Tarneffekt kommen. 3
Was hat die Wanze mit Picasso zu tun?
Obwohl die bunte Zeichnung der Wanze nicht in erster Linie an die Kunstwerke von Picasso erinnert, wählte man den Namen wahrscheinlich wegen der Berühmtheit des Malers. Schließlich verbindet man Picasso vor allem mit bunten Kunstwerken.

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Die Picasso-Schildwanze ist nicht von allen gern gesehen
Aber nicht alle freuen sich über die bunten Insekten. Denn wie viele Wanzen ernähren sich die Picasso-Schildwanzen von Pflanzensäften. Dafür stechen sie mit ihren langen Mundwerkzeugen Stängel an und können in ihrer Heimat Schäden an Nutzpflanzen verursachen.
Die Unterart Sphaerocoris annulus ocellatus, die auch „Avocado Flower Bug“ genannt wird, sitzt vornehmlich an Avocadopflanzen. Bei einem großen Befall kann die Pflanze so sehr geschwächt werden, dass sie nicht mehr richtig wächst. Auch Zitruspflanzen, Baumwolle, Okra oder Sonnenblumen sollen davon betroffen sein.4