
18. Januar 2025, 16:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sie ist kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze, doch ihre Jagdfähigkeiten übertreffen sogar die von Löwen und Tigern: Die Schwarzfußkatze, Afrikas kleinste Wildkatze, beeindruckt durch ihre erstaunliche Effizienz und Vielseitigkeit. Trotz ihres niedlichen Aussehens ist sie ein furchtloser und geschickter Jäger – und kämpft gleichzeitig gegen das Risiko des Aussterbens.
Mit einer Körpergröße von bis zu 44 Zentimetern und einem Gewicht von maximal 1,7 Kilogramm ist die Schwarzfußkatze (Felis nigripes) die kleinste Wildkatze Afrikas. Doch ihre geringe Größe täuscht: Mit einer Jagdquote von 60 Prozent gehört sie zu den erfolgreichsten Jägern im Tierreich.
Die Schwarzfußkatze ist die effizienteste Jägerin der Wildnis
Auch wenn die Schwarzfußkatze auf den ersten Blick wie eine kleine Hauskatze mit einem etwas größeren Kopf aussieht, ist sie doch eine nicht domestizierte Wildkatze. Ihr Tabbymuster erinnert zunächst ebenfalls an eine getigerte Hauskatze, sieht bei genauerer Betrachtung doch anders aus und unterscheidet sie daher auch von der Wildkatze, die ebenfalls in Afrika vorkommt.
Die horizontalen Streifen an den Beinen sind ein Erkennungsmerkmal der Tiere. Manche Exemplare haben auch ein getupftes Fell. Ihren Namen tragen die Tiere übrigens zurecht, denn die Unterseite ihrer Tatzen ist tatsächlich schwarz. Die Wildkatze ist im südlichen Afrika unter anderem in Namibia, Botswana und Südafrika beheimatet und wird auch Karookatze genannt. 1

Macht mehr Beute als Löwen, Tiger und Pumas
Laut einem Bericht der „BBC“ hat die Schwarzfußkatze eine effiziente Jagdquote von 60 Prozent und greift somit mehr Beute als Löwen, Tiger und Pumas. Dabei ist es der kleinen Jägerin auch ziemlich egal, was sie frisst. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurde die Ernährung der Schwarzfußkatze dokumentiert. Am meisten fraßen die nachtaktiven Tiere Wüstenrennmäuse und Buschratten.
Es wurden aber auch Reste von Spinnen, Insekten, Vögeln und Mäusen in den Mägen der Tiere gefunden. Aber auch vor größerer Beute scheuen die effizienten Jäger nicht zurück. Vereinzelt konnten Biologen und Forscher auch Stachelagamen, Kaphasen, südafrikanisches Ziesel und Schwarzbauchtrappe in den Mägen der Tiere nachgewiesen. Einige dieser Beutetiere sind um einiges größer als die Schwarzfußkatze.
Der Chihuahua unter den Raubkatzen
In ihrer Heimat gibt es über die kleine und unglaublich zähe Katze sogar eine Legende. Diese besagt, die Schwarzfußkatze könne sogar Giraffen zur Strecke bringen. Das stimmt natürlich nicht, aber es zeigt den Eindruck, den die temperamentvolle kleine Raubkatze bei den Menschen hinterlässt.
Tatsächlich beobachten Forscher der Arbeitsgruppe „Black-footed Cat Working Group“ von der International Society for Endangered Cats (ISEC) Canada häufig Interaktionen zwischen Schwarzfußkatzen und anderen Tieren in ihrem Lebensraum. So beobachtete einer von ihnen, wie sich eine Schwarzfußkatze direkt neben einem Nest von Paradieskranichen aufhielt. Die Vögel wiegen bis zu sechs Kilogramm und erreichen eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern. Das zeigt, dass diese Katzen zwar klein sind, sich aber von ihrer Größe nicht aufhalten lassen. Man könnte fast sagen, sie seien die Chihuahuas unter den Raubkatzen. 2
Schwarzfußkatze hat mehrere Jagdstrategien
Pro Streifzug legen Schwarzfußkatzen über Nacht 8 bis 16 Kilometer zurück, das von der „BBC“ gefilmte Exemplar namens Gyra habe sogar 20 Kilometer auf der Beutesuche durchstreift. Die Tiere sind sehr scheu und verstecken sich meist tagsüber in Höhlen. Beginnt jedoch die Jagd, ist die kleine Wildkatze voll in ihrem Element.
So verfügt sie über mehrere Jagdstrategien, die vom langsamen Anschleichen über plötzliches Springen und Aufscheuchen, bis zu vollkommener Inaktivität, gefolgt von einem Todesbiss, reichen. Vielleicht sind die Schwarzfußkatzen gerade durch ihre Flexibilität so erfolgreich bei der Jagd.
Inzucht gefährdet die Schwarzfußkatze
Die Schwarzfußkatze ist eine der seltensten Katzen Afrikas. Sie kommt nur in Südafrika, Namibia und Botswana vor, mit einer Gesamtpopulationsgröße von weniger als 10.000 Individuen. Aufgrund der immer weiter voranschreitenden Fragmentierung ihres Lebensraums zeigt die Population mittlerweile ein hohes Maß an Inzucht, wie eine im Jahr 2024 veröffentlichte Studie zeigte.
Inzucht kann das Risiko für Amyloidose erhöhen. Dabei handelt es sich um eine tödliche Krankheit, an der etwa 70 Prozent der in Gefangenschaft lebenden Schwarzfußkatzen sterben und die auch wilde Populationen betrifft. Ökologische Langzeitstudien zur Schwarzfußkatze in Südafrika und Namibia zeigen, dass die Art zudem zahlreichen komplexen Bedrohungen ausgesetzt ist, darunter Landnutzungsänderungen, Fragmentierung, Krankheiten und Klimawandel. 3

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Weitere interessante Fakten über die Schwarzfußkatze
- kann ohne Trinkwasser überleben
- nutzt verlassene Baue anderer Tiere, um sich tagsüber zu verstecken, obwohl sie selbst gute Buddler sind
- kann bis zu 15 Jahre alt werden
- bekommt nur ein bis zwei Jungen, meist im November und Dezember
- muss Federn fressen, um ihren Bedarf an der essenziellen Aminosäure Taurin zu decken
- tötet etwa alle 50 Minuten ein Wirbeltier
- gilt seit 2002 als „gefährdet“ 4